Es ist nie verkehrt, an exponierter Stelle bei einer Fußball-Weltmeisterschaft einen Ruhepol zu besitzen. Torwart Thibaut Courtois gibt der belgischen Nationalmannschaft gerade noch mehr, weil er in Personalunion den verlässlichen Rückhalt und glaubhaften Zeitzeugen spielt.Einer, der mit den „Red Devils“ in seinen 114 Länderspielen schon viele Höhen und Tiefen mitgemacht hat. Und der vor dem WM-Viertelfinale gegen Spanien in Inglewood bei Los Angeles (21 Uhr) ganz Belgien daran erinnert, dass ein Gegner mit illustren Namen schon einmal in dieser Phase in die Knie gezwungen wurde.

Erinnerungen an das „Spiel ihres Lebens“

Vor acht Jahren machten nämlich Courtois und viele seiner Vorderleute im russischen Kasan das „Spiel ihres Lebens“. Die Stadt der Tartaren, die zu jenem Zeitpunkt beispielhaft für das Zusammenleben von Christen und Muslimen stand, hatte bereits das Scheitern von Deutschland in der Vorrunde und Argentinien im Achtelfinale erlebt, als am 6. Juli 2018 auch der Rekordweltmeister Brasilien einknickte.Die Belgier hatten bei ihrem 2:1-Sieg in einem offenen Schlagabtausch mit einem klugen Plan und großem Mut die Titelträume der Seleção zum Platzen gebracht. Neymar weinte danach bitterlich.