Bahnreisende zwischen Hamburg und Hannover können aufatmen. Die Strecke soll voraussichtlich heute Abend gegen 21 Uhr wieder freigegeben werden, wie ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Nahverkehr werde voraussichtlich ab Samstagmorgen wieder fahren.Im Zuge der sogenannten Qualitätsoffensive der Deutschen Bahn wurde die gesamte Strecke zwischen beiden Städten für den Zugverkehr gesperrt. Fern- und Güterzüge wurden umgeleitet, im Regionalverkehr gab es ein Ersatzkonzept mit Bussen und einzelnen Zugangeboten auf Teilstrecken.Die Bahn hat auf der rund 163 Kilometer langen Strecke Gleise, Weichen, Oberleitungen, Bahnhöfe und Brücken erneuert und instand gesetzt. Auch an Stellwerken und am Bahndamm bei Eschede wurde gearbeitet. Nach Angaben der Bahn liegen die Arbeiten an der Schieneninfrastruktur insgesamt im Plan.Die Verbindung Hamburg-Hannover zählt zu den am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands. Sie ist wichtig für den Fernverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland, für Pendler sowie für den Güterverkehr vom und zum Hamburger Hafen. Mit der Qualitätsoffensive will die Bahn dringende Arbeiten bündeln, bevor die Strecke im Jahr 2029 umfassend saniert werden soll.Fortschritt auch in Nordrhein-WestfalenZudem soll am Freitagabend nach mehr als fünf Monaten Bauzeit die Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen wieder freigegeben werden. Gleichzeitig beginnt die Generalsanierung der Strecke von Troisdorf in die hessische Hauptstadt Wiesbaden. Genau wie zuletzt rund um Wuppertal müssen Reisende auch dort gut fünf Monate lang auf Ersatzbusse umsteigen, weil die Strecke für die Bauarbeiten voll gesperrt wird.Die Bahn verspricht ihren Reisenden, dass die Züge nach der aufwendigen Sanierung „verlässlicher und leistungsfähiger“ werden. Störungen und Verspätungen sollen sich „deutlich reduzieren“. Außerdem soll es für die Reisenden nach einer Generalsanierung fünf Jahre lang keine Einschränkungen durch Bauarbeiten geben.1,6 Milliarden Euro für pünktlichere ZügeZwischen Troisdorf und Wiesbaden sollen für 1,6 Milliarden Euro unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge und Bahnhöfe modernisiert werden. Für Reisende gibt es als Ersatz für die Züge einen Busverkehr auf 13 Linien. Expresslinien sorgen für möglichst schnelle Verbindungen zwischen den großen Städten. Auch Rheinfähren sind in das Ersatzverkehrskonzept eingebunden.Sämtliche Ersatzverbindungen seien in der Online-Auskunft der Bahn und der Verkehrsverbünde berücksichtigt. Hier wurde eine spezielle Website zum Ersatzverkehr eingerichtet. Die Ersatzbusse sind laut der Deutschen Bahn barrierefrei, verfügen über WLAN sowie zum Teil über Toiletten an Bord.Zwischen Köln, Wuppertal und Hagen hat die Bahn in den vergangenen Monaten 81 Kilometer Gleise ausgetauscht, 50 Weichen und 29 Kilometer Oberleitung erneuert. Außerdem wurden Schallschutzwände gebaut und zwölf Bahnhöfe saniert. Dafür hat die Bahn nach eigenen Angaben 800 Millionen Euro investiert. Insgesamt plant die Bahn bis 2035 auf zehn wichtige Strecken in Nordrhein-Westfalen eine Generalsanierung.