Ferienzeit ist Reisezeit, ist damit auch Stauzeit. Doch wer das richtige Timing hat, kommt auf den Fernstraßen trotzdem einigermaßen flott voran. Das zeigen Auswertungen des Verkehrsdatenanbieters Tom-Tom. Der hat im vergangenen Jahr die Stauwerte auf den Autobahnen rund um München zu Beginn der bayerischen Sommerferien erfasst. Dieses Jahr starten die Ferien offiziell am Montag, 3. August. Letzter Schultag ist Freitag, 31. Juli. Anhand der Daten von 2025, die aus Navigationsgeräten stammen, können Reisende schon jetzt erahnen, was auch dieses Jahr auf sie zukommt. Wem es nichts ausmacht, abends oder nachts zu fahren, der kommt deutlich schneller ans Ziel. Tagsüber jedoch werden aus Autofahrenden schnell im Stau Stehende, je nach Uhrzeit variieren die Reisezeiten erheblich.Gemessen hat Tom-Tom das Stauniveau auf der A8 und der A8/A93, jeweils vom Kreuz München Süd bis zur österreichischen Grenze, der A96 vom Dreieck München Süd-West bis zur Schweizer Grenze, der A95 von Kreuzhof und der A94 von München-Zamdorf, jeweils Richtung Österreich, sowie der A99 vom Kreuz München West bis zum Kreuz München Süd.SZ Good News:Gute Nachrichten aus München – jetzt auf Whatsapp abonnierenMehr positive Neuigkeiten im Alltag: Die Süddeutsche Zeitung verbreitet jeden Tag auf Whatsapp ausschließlich schöne und heitere Nachrichten aus München und der Region. So können Sie ihn abonnieren.Pech beziehungsweise schlechtes Timing hatten die Autofahrer vor allem vormittags und mittags auf der A8. Am schlimmsten staute es sich am 31. Juli, dem letzten Schultag, zwischen 10 und 11 Uhr. Wer zu dieser Zeit unterwegs war, brauchte von Brunnthal bis zur Landesgrenze im Schnitt zwei Stunden und 44 Minuten für 114 Kilometer. Das ist mehr als das 2,7-fache der üblichen Fahrzeit. Immerhin 43 Minuten schneller ging es im gleichen Zeitraum am 1. August voran. Wer an den beiden folgenden Tagen abends und nachts unterwegs war, schaffte die Strecke in etwa einer Stunde.Auf der A8/A93 wurde der höchste Wert ebenfalls am letzten Schultag erreicht. Zur Mittagszeit betrug die durchschnittliche Fahrzeit knapp eine Stunde und fünf Minuten für die 70 Kilometer lange Strecke, für die man am Abend desselben Tages von 20 Uhr an lediglich knapp 35 Minuten brauchte. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag abends bei 120 Kilometer pro Stunde.Die A94 von München-Zamdorf Richtung österreichische Grenze zeigte ihre stärksten Ausschläge rund um den letzten Schultag und den ersten Ferientag. Der höchste Wert wurde am 1. August zwischen 19 und 20 Uhr mit knapp anderthalb Stunden für 110 Kilometer erreicht, nur wenig zügiger ging es in den beiden folgenden Tagen voran. Von 19 Uhr an rollte der Verkehr wieder schneller, die kürzeste Fahrzeit lag bei knapp 58 Minuten.Auch die A95 ab Kreuzhof zeigte klare Ausschläge. Der höchste Wert lag am Samstag, 2. August, zwischen 11 und 12 Uhr bei einer Stunde und 34 Minuten für 103 erfasste Kilometer, ebenso lange brauchten die Reisenden einen Tag später zwischen 13 und 14 Uhr. Die kürzeste Reisezeit von knapp einer Stunde zeichneten die Navis zwischen Mitternacht und 1 Uhr auf.Auf wichtigen Reiserouten steht der „Staukalender“ vor allem freitags auf RotDie A96 Richtung Schweiz wies ebenfalls hohe absolute Fahrzeiten auf. Der höchste Wert wurde am Samstag, 2. August, zwischen 14 und 15 Uhr erreicht. In dieser Stunde betrug die Fahrzeit auf der 163 Kilometer langen Strecke bei durchschnittlich Tempo 90 knapp eine Stunde und 50 Minuten, fast genauso langsam ging es dort tags zuvor zwischen 16 und 17 Uhr voran. Wieder abends hingegen schafften die Autofahrer einen Schnitt von etwa 120 Kilometern pro Stunde und legten die Strecke in 80 Minuten zurück.Die A99 vom Kreuz München-West bis zum Kreuz München-Süd weist zwar niedrigere absolute Fahrzeiten auf, zeigt aber laut Navidaten ebenfalls starke relative Ausschläge. Der höchste Wert wurde am 1. August zwischen 14 und 15 Uhr mit rund 53 Minuten erreicht. Die durchschnittliche Fahrzeit ist in dieser Stunde teils mehr als doppelt so lang wie üblich, in den verkehrsärmeren Nachtstunden sind die knapp 46 Kilometer in 23 Minuten zu schaffen. Bei der Einordnung ist nach Angaben von Tom-Tom jedoch zu berücksichtigen, dass die A99 als Autobahnring um München neben dem überregionalen Reise- und Durchgangsverkehr auch stark vom regionalen Verkehr und von Pendlern genutzt wird. Die erhöhten Fahrzeiten lassen sich daher nicht ausschließlich auf den Ferienbeginn zurückführen.Stauträchtig wird das Reisen per Auto aber nicht erst Ende Juli und Anfang August. In Berlin, Brandenburg und Hamburg haben an diesem Donnerstag die großen Ferien begonnen, Mecklenburg-Vorpommern und der Süden der Niederlande folgen am Wochenende. In anderen Bundesländern, wo die Ferien schon früher begonnen haben, startet nach Angaben des ADAC die zweite Reisewelle. Insgesamt ist von Freitag an in 13 Bundesländern schulfrei.Der „Staukalender“ des Automobilklubs steht auf allen wichtigen Reiserouten vor allem an Freitagen auf Rot, das bedeutet „sehr hohe Staugefahr“. Der Tipp der ADAC-Verkehrsexperten: Wer flexibel ist, sollte ruhigere Alternativrouten planen oder auf einen anderen Reisetag ausweichen. Geeignete Wochentage seien Montag und Dienstag außerhalb der Berufsverkehrszeiten.
Sommerferien-Beginn: Wann Autofahrer im Stau stehen – und wie sie das vermeiden können
Eine Verkehrsauswertung zeigt, welche Autobahnen um München an welchen Tagen und Zeiten zum Ferienstart besonders befahren sind.






