PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBerlin-LichtenbergAfD-Politiker soll Frau ins Gesicht geschlagen haben – Partei widerspricht und erhebt GegenvorwurfStand: 04:29 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Stand der AfD in Berlin (Archivfoto Mai 2025)Quelle: picture alliance/IPON/Stefan BonessAn einem AfD-Stand in Lichtenberg kommt es zu Protesten und einer Rangelei: Eine Frau erstattet gegen einen AfD-Politiker Anzeige wegen Körperverletzung. Die Fraktion spricht von frei erfundenen Vorwürfen „linker Chaoten“. Der beschuldigte Bezirksverordnete erstattet Gegenanzeige.Rangelei beim Wasserfest: Nach einem Zwischenfall an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg ermittelt die Polizei gegen einen Kommunalpolitiker der AfD wegen des Verdachts der Körperverletzung. Das berichtete zunächst die „Berliner Morgenpost“.Bei dem Beschuldigten handelt es sich um den Lichtenberger AfD-Schatzmeister und Bezirksverordneten Hartmut Naß. Nach Angaben der Berliner Polizei wurde am Samstag gegen 13.40 Uhr ein Notruf wegen einer Auseinandersetzung am AfD-Informationsstand auf dem Wasserfest abgesetzt. Die Partei hatte wie andere politische Mitbewerber einen Infostand auf dem Fest aufgebaut.Lesen Sie auchNach bisherigem Ermittlungsstand sollen zwei Frauen mit Hund an den AfD-Stand herangetreten sein. Eine der Frauen soll laut einem Zeugen „mehrere Gegenstände von geringem Wert“ vom Stand genommen und in einen Hundekot-Beutel gesteckt haben – wohl in der Absicht, diese zu entwenden. Daraufhin soll Naß der Frau „unvermittelt“ mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben.Der AfD-Kreisverband weist die Vorwürfe zurück. In einer Stellungnahme bezeichnete die Partei die Schilderungen als „frei erfunden“ und sprach von einer politischen Kampagne.Demnach hätten „linke Chaoten unseren Infostand angegriffen. Diesem näherten sich zwei Frauen, welche unsere Infomaterialien gewaltsam entwendeten und dabei riefen: ‚Wir werden den Scheißmist entsorgen!’“Lesen Sie auchLaut der AfD Lichtenberg sei ihr Parteikollege das Opfer. Der 79-jährige Bezirksschatzmeister sei von den Pöblern bei deren Aktion bedrängt und zur Seite gestoßen worden. Dann habe eine der Frauen plötzlich geschrien: „Er hat mich geschlagen!“ Die AfD Lichtenberg schreibt: „Diese Behauptung ist frei erfunden und kann von mehreren Augenzeugen widerlegt werden, die bereits eine entsprechende Erklärung abgegeben haben.“AfD-Politiker Naß stellt ebenfalls AnzeigeDie Polizei sei herbeigeeilt, um die Situation zu entschärfen. Zudem sei eine Anzeige aufgenommen worden. „Herr Naß hat ebenfalls Anzeige wegen falscher Verdächtigung, Vortäuschen einer Straftat und Nötigung erstattet.“Naß bestätigt in der Erklärung, ebenfalls Anzeige erstattet zu haben und sagt: „Ich bin froh, dass die Polizei schnell vor Ort war, um Schlimmeres zu verhindern.“ Der Vorfall verdeutliche, wie aufgeheizt das Klima im Bezirk sei. Lesen Sie auchDer Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund von Protesten gegen den AfD-Stand. Mehrere Dutzend Demonstranten hatten sich unter dem Motto „AfD am Wasserfest? Nicht mit uns“ versammelt. Zudem fuhr ein Floß mit einem Transparent „AfD versenken“ über die Rummelsburger Bucht. Die AfD kommentierte die Aktion anschließend in sozialen Netzwerken als „linken Schwachsinn“.Das Lichtenberger Wasserfest gilt als eines der größten Kiezfeste des Bezirks. Entlang des Ufers präsentierten sich Vereine, Initiativen, Parteien und Unternehmen mit Informations- und Mitmachständen. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Bühnenprogramm, gastronomischen Angeboten und zahlreichen Freizeitaktivitäten. saha