PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBlock-Prozess in Hamburg„Ich bin dumm, dass ich darauf reingefallen bin“ – 35-jähriges Ex-Model fühlt sich ausgenutztStand: 20:50 UhrLesedauer: 3 MinutenDer mutmaßliche Tatbeteiligte Jonathan G. geht als Zeuge zum Gerichtssaal mit seinem Rechtsanwalt Christian HermanussenQuelle: Marcus Brandt/dpaEin israelischer Zeuge im Block-Prozess fühlt sich nach eigenen Worten „betrogen“ und „als Opfer“. Der mutmaßliche Entführer sagt, er habe die Verschleppung der Block-Kinder für eine legale Rettungsaktion gehalten.Im Fall Block fühlt sich einer der mutmaßlichen Entführer eigenen Worten zufolge ausgenutzt. „Ich fühle mich als Opfer“, sagte der 35 Jahre alte Zeuge Jonathan G., der früher als Model und Fitnesstrainer arbeitete, vor dem Landgericht Hamburg auf Englisch laut Übersetzung. „Ich bin dumm, dass ich darauf reingefallen bin.“Lesen Sie auchZuvor hatte Verteidiger Sascha Böttner, der einen mutmaßlichen Komplizen (36) von G. vertritt, den Mann zu seiner schriftlichen Einlassung für die Polizei befragt. Dort soll G. geschrieben haben: „Ich fühlte mich betrogen von Frau Block und Herrn Barkay.“Block-Kinder wurden in einer Silvesternacht entführtDie Hamburger Unternehmerin Christina Block ist eine der Hauptangeklagten in dem Prozess. Sie soll eine israelische Sicherheitsfirma im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann damit beauftragt haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel zu entführen. Block bestreitet die Vorwürfe.Lesen Sie auchDie Sicherheitsfirma habe in der Silvesternacht 2023/24 auf eigene Faust gehandelt, hatte die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ erklärt. Der Junge und das Mädchen (damals 10 und 13) waren beim Beobachten des Feuerwerks in dem dänischen Ort Gråsten (Gravenstein) in einen Wagen gezerrt und nach Deutschland gebracht worden.Zeugen aus Israel bekamen sicheres GeleitDie Aktion organisierte laut Ermittlern der Chef der Sicherheitsfirma, David Barkay. Er habe ein Team zusammengestellt. Der 69-jährige Israeli hatte als Zeuge betont, ihm sei immer wieder versichert worden, die Rückführung sei nach deutschem Recht legal. Das soll er auch den Teammitgliedern gesagt haben.Lesen Sie auchBarkay, G. und drei weitere Israelis hatten sich mitten im laufenden Prozess gemeldet und für ihre Zeugenaussagen sicheres Geleit bekommen. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte. Für alle Beschuldigten in dem komplexen Fall gilt die Unschuldsvermutung.Öffentlichkeit wurde zeitweilig ausgeschlossenAm Morgen hatte das Landgericht die Öffentlichkeit für die Befragung von G. kurzzeitig ausgeschlossen. Das geschehe zum Schutz des 35-Jährigen, weil ein Verteidiger Fragen zu sehr persönlichen Themen stellen wolle, lautete die Begründung der Richter. G. hatte bereits am vorherigen Prozesstag als Zeuge berichtet, dass es ihm derzeit psychisch nicht gutgehe.Lesen Sie auchIn seiner schriftlichen Einlassung hatte er den Ermittlern zuvor auch Erlebnisse aus seiner Vergangenheit geschildert, zu denen er befragt werden sollte. Auch für die Verlesung einer Krankenakte des Sohnes wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Prozessbeobachter stellten sich anschließend die Frage, ob der Ausschluss der Öffentlichkeit an diesem Tag Folgen für die Plädoyers haben wird und diese dann ebenfalls nicht-öffentlich sein werden.Mutmaßlicher Entführer glaubte an RettungsaktionJonathan G. hatte vor Gericht ausgesagt, ihm sei im Dezember 2023 erklärt worden, die Rückholung der Kinder sei rechtmäßig. Er und seine mutmaßlichen Komplizen hätten sich als Helden gefühlt, weil ihnen vorgegaukelt worden sei, sie würden die Kinder aus den Händen eines angeblich bösen Vaters befreien. Er sei in das Team geholt worden, weil er Deutsch spreche, denn er habe lange in Hamburg gelebt. Er habe mit den Kindern kommunizieren sollen.Lesen Sie auchDer Zeuge bestritt, in der Tatnacht den Vater Stephan Hensel geschlagen zu haben. So hatte es der 36 Jahre alte Angeklagte aus Israel erzählt. Dessen Verteidiger Böttner sprach anschließend von einer „Falschaussage“ des 35-jährigen G. Die anderen Verteidiger wiederholten ihre Ansicht, dass die Aussagen der israelischen Zeugen nicht glaubhaft und voller Widersprüche seien.Der Prozess wird am 27. Juli fortgesetzt.dfe, dpa
Block-Prozess in Hamburg: „Ich bin dumm, dass ich darauf reingefallen bin“ – 35-jähriges Ex-Model fühlt sich ausgenutzt - WELT
Ein israelischer Zeuge im Block-Prozess fühlt sich nach eigenen Worten „betrogen“ und „als Opfer“. Der mutmaßliche Entführer sagt, er habe die Verschleppung der Block-Kinder für eine legale Rettungsaktion gehalten.








