Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer war im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „MK Direkt“ am Mittwochabend in Grimma. An Kretschmers Seite: Landrat Henry Graichen (CDU) und Grimmas parteiloser Oberbürgermeister Tino Kießig. Rund 200 Bürger waren erschienen und stellten ihre Fragen – und mit ihnen Erwartungen, die der Ministerpräsident an mehreren Stellen dämpfen musste. Denn über allem stand die Botschaft: Der Freistaat hat drei Milliarden Euro weniger im Haushalt als geplant.

Bahnverbindung nach Geithain bleibt auf der Prioritätenliste

Den Anfang machte ein Bürger, der Kretschmer an ein Versprechen aus dem Jahr 2020 erinnerte: die Reaktivierung der Bahnverbindung von Grimma nach Geithain. Er habe den Eindruck, das Thema gerate wieder in den Hintergrund. „Ich wünsche mir, dass Sie sich für die jungen Menschen in der Region einsetzen und eine gute Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum umsetzen – nicht nur darüber reden, sondern wirklich handeln.“

Kretschmer bezeichnete das Projekt als „unglaublich faszinierend“. Viele Orte würden dadurch überhaupt erst erschlossen. Anschließend schilderte er jedoch die Kehrseite. Nach dem Regierungswechsel in Berlin habe sich die Priorität verschoben. Nicht mehr der Ausbau der Infrastruktur, sondern das Deutschlandticket stehe im Mittelpunkt. Das Bestehende soll möglichst günstig sein." Für viele neue Verkehrsprojekte sei momentan schlicht kein Geld vorhanden. Das besagte Projekt würde dennoch „ganz oben auf der Prioritätenliste stehen – für den Zeitpunkt, wo wir wieder über die finanziellen Mittel verfügen"