Falschparker kommen in München häufig ohne Knöllchen davon. Das soll sich ändern: Die Stadt will den öffentlichen Parkraum künftig digital überwachen. Mit Kamera-Autos, sogenannten Scancars, sollen Fahrzeugkennzeichen erfasst und Parksünder so entlarvt werden. Wer kein Parkticket gelöst oder keinen Anwohnerausweis hat, bekommt dann seinen Strafzettel per Post zugestellt. Das gilt auch für Autos, die zum Beispiel im Halteverbot oder auf Geh- und Radwegen stehen.In Städten im Ausland, etwa in Amsterdam, gibt es die elektronische Parkraumüberwachung bereits. Seit Anfang Juli besteht nun auch in Deutschland eine gesetzliche Grundlage dafür. In Heidelberg lief bereits seit Herbst vergangenen Jahres ein Modellprojekt, mit dem sich die Landesregierung von Baden-Württemberg zufrieden zeigt. Die Scanfahrzeuge erfassten zwölfmal so viele Autos wie Fußstreifen und seien im Vergleich dazu auch kostengünstiger.Das funktioniert dort so: Das Scancar gleicht die Kennzeichen parkender Fahrzeuge automatisch mit hinterlegten Parkberechtigungen, der vorhandenen Beschilderung und vorliegenden Daten zu Parkflächen ab. Die notwendigen Daten, Kennzeichen, Bild des Fahrzeugs, Ort und Zeit, werden dabei verschlüsselt. Das System hat aber auch noch Schwächen: Schwerbehindertenausweise aus Papier, die in Windschutzscheiben ausgelegt sind, erkennt das Scancar nicht. Eine Lösung für die Zukunft könnten elektronische Chips in den Ausweisen sein, bis dahin ist nach wie vor eine Prüfung der Parkerlaubnis durch städtische Mitarbeiter notwendig.Auch in Hamburg wird seit dieser Woche in zwei Testgebieten elektronisch kontrolliert. Die Hansestadt rüstet nach und nach alle Parkscheinautomaten um, damit Autofahrer dort ihr Kennzeichen eingeben können, Parkscheine aus Papier soll es dann nicht mehr geben.In München wird es noch etwas dauern. Aktuell vernetze sich die Stadt mit anderen interessierten Kommunen, um mögliche Synergien auszuschöpfen, teilt eine Sprecherin des Mobilitätsreferats mit. „Unabhängig davon befinden sich Pilot-Projekte in Planung, die das Thema digitale Parkraumüberwachung vorbereitend testen.“ Hierfür sei es erforderlich, dass Parkscheine und Parkausweise digital ausgewertet werden können.
München plant digitale Überwachung von Falschparkern mit Scancars
München will Falschparker digital erfassen und Strafzettel per Post versenden. Scancars prüfen Kennzeichen automatisch, verbessern die Kontrolle und sparen Kosten. Pilotprojekte sind in Planung.






