Hamburg (dpa/lno) - Der Strom- und Gasnetzbetreiber Hamburger Energienetze GmbH hat im jüngsten Geschäftsjahr von einer gestiegenen Nachfrage nach Energie profitiert. Die Umsätze des städtischen Unternehmens stiegen - auch, weil die Bundesnetzagentur es ihm erlaubte, höhere Erlöse zu erzielen. Die Bundesnetzagentur reguliert Netzbetreiber wie die Energienetze, sodass die Preise sich nicht im freien Wettbewerb bilden. Geschäftsführungsmitglied Peter Wolffram, der für das Kundengeschäft zuständig ist, berichtete, dass in Hamburg die Nachfrage nach Netzanschlüssen gestiegen sei. Anfragen gebe es von Betreibern von Batteriespeichern und Rechenzentren sowie aus der Industrie. Es gebe allerdings begrenzte Kapazitäten, sagte Wolffram. Deshalb soll ein neues Verfahren regeln, welche Unternehmen zuerst an das Stromnetz angeschlossen werden. Bislang galt das sogenannte Windhundverfahren: Wer zuerst einen Antrag stellt, wird zuerst berücksichtigt. Das werde geändert.Der Umsatz der Energienetze lag bei annähernd 1,5 Milliarden Euro, was im Vergleich zu 2024 einer Zunahme um rund 12,8 Prozent entsprach. Die Energienetze führten letztlich 130,4 Millionen Euro an die Stadt ab. Netzentgelte gefallen und gestiegenDie Energienetze sind verpflichtet, für die Nutzung ihrer Leitungen Abgaben von den Gas- und Stromlieferanten zu erheben: die Netzentgelte. Die Lieferanten zahlen die Entgelte und stellen sie letztlich den Verbrauchern in Rechnung. Ein Unternehmenssprecher teilte mit, dass dieses Jahr die Netzentgelte für Strom - auch wegen eines Bundeszuschusses - 17 Prozent niedriger lägen als 2025. Die durchschnittliche Ersparnis für einen Hamburger Haushaltskunden betrage rund 8,40 Euro im Monat. Die Entgelte für Gas hätten dagegen um 19 Prozent zugelegt, und Kunden zahlten monatlich rund 5,90 Euro mehr. Volksentscheid setzt Energienetze unter DruckHamburgs Bürgerinnen und Bürger hatten im Oktober 2025 in einem Volksentscheid entschieden, CO2-Neutralität von 2045 auf 2040 vorzuziehen. Das stelle für die Energienetze „erhebliche Herausforderungen“ dar, heißt es im Geschäftsbericht. Um das Ziel zu erreichen, arbeitet das Unternehmen am Bau eines Wasserstoff-Industrienetzes. Nächstes Jahr soll ein Teil des Netzes in Betrieb genommen werden. Geschäftsführungsmitglied Michael Dammann, der für den Netzbetrieb zuständig ist, sagte, Planungen ziehe das Unternehmen wegen des Entscheids um fünf Jahre vor. Um das neue Ziel zu erfüllen, brauche es unter anderem mehr Mitarbeiter für Bauvorhaben. Die Energienetze haben bereits vergangenes Jahr ihre Investitionen um rund ein Drittel auf 580 Millionen Euro gesteigert. Fusion zum Jahreswechsel abgeschlossenDie Energienetze sind im September 2024 aus dem städtischen Strom- und dem städtischen Gasnetzbetreiber hervorgegangen. Die zuvor unterteilten Organisationen fusionierten rechtlich zum Jahreswechsel 2026. Die CDU-Fraktion kritisierte, dass die Fusion hohe Kosten verursacht habe. 2013 hatten Hamburgs Bürger in einem Volksentscheid entschieden, die privaten Netze für Strom, Gas und Fernwärme in städtischen Besitz zu bringen.© dpa-infocom, dpa:260709-930-359871/1
Energienetze profitieren von höherer Stromnachfrage
Hamburg (dpa/lno) - Der Strom- und Gasnetzbetreiber Hamburger Energienetze GmbH hat im jüngsten Geschäftsjahr von einer gestiegenen Nachfrage nach Energie profitiert. Die Umsätze des städtischen Unternehmens stiegen - auch, weil die Bundesnetzagentur es ihm erlaubte, höhere Erlöse zu erzielen. Die Bundesnetzagentur reguliert Netzbetreiber wie die Energienetze, sodass die Preise sich nicht im freien Wettbewerb bilden. Geschäftsführungsmitglied Peter Wolffram, der für das Kundengeschäft zuständig ist, berichtete, dass in Hamburg die Nachfrage nach Netzanschlüssen gestiegen sei. Anfragen gebe es von Betreibern von Batteriespeichern und Rechenzentren sowie aus der Industrie. Es gebe allerdings begrenzte Kapazitäten, sagte Wolffram. Deshalb soll ein neues Verfahren regeln, welche Unternehmen zuerst an das Stromnetz angeschlossen werden. Bislang galt das sogenannte Windhundverfahren: Wer zuerst einen Antrag stellt, wird zuerst berücksichtigt. Das werde geändert.Der Umsatz der Energienetze lag bei annähernd 1,5 Milliarden Euro, was im Vergleich zu 2024 einer Zunahme um rund 12,8 Prozent entsprach. Die Energienetze führten letztlich 130,4 Millionen Euro an die Stadt ab. Netzentgelte gefallen und gestiegenDie Energienetze sind verpflichtet, für die Nutzung ihrer Leitungen Abgaben von den Gas- und Stromlieferanten zu erheben: die Netzentgelte. Die Lieferanten zahlen die Entgelte und stellen sie letztlich den Verbrauchern in Rechnung. Ein Unternehmenssprecher teilte mit, dass dieses Jahr die Netzentgelte für Strom - auch wegen eines Bundeszuschusses - 17 Prozent niedriger lägen als 2025. Die durchschnittliche Ersparnis für einen Hamburger Haushaltskunden betrage rund 8,40 Euro im Monat. Die Entgelte für Gas hätten dagegen um 19 Prozent zugelegt, und Kunden zahlten monatlich rund 5,90 Euro mehr. Volksentscheid setzt Energienetze unter DruckHamburgs Bürgerinnen und Bürger hatten im Oktober 2025 in einem Volksentscheid entschieden, CO2-Neutralität von 2045 auf 2040 vorzuziehen. Das stelle für die Energienetze „erhebliche Herausforderungen“ dar, heißt es im Geschäftsbericht. Um das Ziel zu erreichen, arbeitet das Unternehmen am Bau eines Wasserstoff-Industrienetzes. Nächstes Jahr soll ein Teil des Netzes in Betrieb genommen werden. Geschäftsführungsmitglied Michael Dammann, der für den Netzbetrieb zuständig ist, sagte, Planungen ziehe das Unternehmen wegen des Entscheids um fünf Jahre vor. Um das neue Ziel zu erfüllen, brauche es unter anderem mehr Mitarbeiter für Bauvorhaben. Die Energienetze haben bereits vergangenes Jahr ihre Investitionen um rund ein Drittel auf 580 Millionen Euro gesteigert. Fusion zum Jahreswechsel abgeschlossenDie Energienetze sind im September 2024 aus dem städtischen Strom- und dem städtischen Gasnetzbetreiber hervorgegangen. Die zuvor unterteilten Organisationen fusionierten rechtlich zum Jahreswechsel 2026. Die CDU-Fraktion kritisierte, dass die Fusion hohe Kosten verursacht habe. 2013 hatten Hamburgs Bürger in einem Volksentscheid entschieden, die privaten Netze für Strom, Gas und Fernwärme in städtischen Besitz zu bringen.© dpa-infocom, dpa:260709-930-359871/1






