Im vergangenen Jahr sorgte die Bambi-Verleihung in München für glamouröse Auftritte internationaler Stars wie Cate Blanchett und Cher, für stehende Ovationen an Bully Herbig – und für ein kleines Drama um eine wirre Preisrede von Thomas Gottschalk, die mit dazu führte, dass der Showmaster seine Krebserkrankung öffentlich machte. Es liegt aber offensichtlich nicht am heißkalten Gefühlsbad vom letzten Jahr, wenn Burda die Bambi-Verleihung nun dieses Jahr ausfallen lässt. Sondern schnöde an den Kosten.„Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie des erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwands, den eine Veranstaltung dieser Größenordnung erfordert, hat Burda die Entscheidung getroffen, Bambi in diesem Jahr zu pausieren“, teilt Hubert Burda Media in einem Statement mit. Zuerst hatte der Fachdienst Meedia berichtet. Für 2027 sei, eine Rückkehr mit einem weiterentwickelten Konzept geplant, heißt es in der Burda-Mitteilung. Man bedaure die Umstände, die durch die Absage entstehe und danke den Partnern, Mitwirkenden und Unterstützern.Dass Burda das Glanzstück wegen der hohen Kosten und des Aufwands aussetzt, ist ein auffallend deutliches Zeichen. Zuletzt hatte bereits eine besondere Personalie Einblick in die Umbrüche gegeben, in denen das traditionsreiche Medienunternehmen (Bunte, Focus, Elle) derzeit offenbar steckt. Der neue Verlagschef Jan Wachtel, der bei Burda Media eine Wende herbeiführen sollte, verließ seinen Posten bereits Ende Juni wieder, nach nur einem halben Jahr. Seit wenigen Tagen ist nun Eli Varn, bisher operative Geschäftsführerin bei Burda, an der Unternehmensspitze, als Deutschland- und Digitalchef wurde Stefan Ottlitz berufen, der als digitaler Stratege davor unter anderem beim Spiegel wirkte. Zuletzt gab Burda ein Umsatzminus von 2,6 Prozent im vergangenen Jahr bekannt, das Ergebnis entwickle sich nicht zufriedenstellend, hieß es.Medien:Kapitulation nach sechs MonatenDer Medienmanager Jan Wachtel sollte Führungsstärke bringen – jetzt verlässt er den Burda-Verlag schon nach einem halben Jahr. Hat Patriarch Hubert Burda nur Chaos hinterlassen?Eli Varn jedenfalls ist eine Frau, die das Haus kennt und sicher um die Bedeutung des goldenen Rehkitzes weiß: Die Bambi-Gala ist der jährliche Festauftritt nicht nur für die mit Preisen geehrte Film- und Fernsehprominenz, sondern auch für das Haus Burda: neben Patriarch Hubert Burda, 86, sind das inzwischen vor allem der Sohn Jacob Burda und die Tochter Elisabeth Furtwängler-Burda, die jetzt die Firma mit ihren 8500 Mitarbeitern führen sollen, aber noch neu in dieser Rolle wirken. Bis 2019 sahen das auch das Publikum im linearen Fernsehen, die ARD holte mit der Übertragung der Gala teils über 16 Prozent Marktanteil. In den vergangenen beiden Jahren lief die Bambi-Übertragung live bei Amazon Prime Video.