Bonnie Tyler ist tot. Das erzeugt in mir tatsächlich Trauer, obwohl ihre drei größten Hits nicht einmal zu meinen Pop-Favoriten zählen. Ihre anderen Songs kenne ich kaum; als sie ihre großen Erfolge feierte, war ich noch in der Grundschule.Aber es gibt sicherlich niemanden – egal wie alt –, der „It’s a Heartache“, „Total Eclipse of the Heart“ oder „Holding Out for a Hero“ nicht zumindest ansatzweise mitsingen könnte. Und den diese Hits nicht irgendwo in der Tiefe seines Herzens anrühren in ihrem ehrlichen Pathos. So sehr haben sich die Songs der ewigen Reibeisenstimme wohl in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt, so unverwechselbar war Tylers berühmte Stimme.
Generationen verbunden im Pathos
Evergreens nennt man das. Und im Falle von Bonnie Tyler haben diese Evergreens Generationen miteinander verbunden. Bis heute begeistern ihre Hits die Menschen. Mein Vater liebte Bonnie Tyler. Er bekam immer einen leicht entrückten Blick, wenn die blonde Sängerin im Fernsehen der 1980er auftrat. „Eine tolle Frau“, sagte er dann und war damit wohl einer Meinung mit vielen Männern – und Frauen – seiner Generation, die auch die Generation der in Wales geborenen Sängerin war.
Dabei gelangte Bonnie Tyler eher auf Umwegen zu Weltruhm, denn ihre ikonische raue Stimme war das Ergebnis einer Operation, mit der sie sich Knötchen von den sogenannten Stimmlippen entfernen lassen wollte. Da sie der Anweisung ihres Arztes, für eine bestimmte Zeit nicht zu sprechen, nicht folgte, wurde ihre Stimme dauerhaft rau. Damit schien ihre Karriere im Musikgeschäft zunächst beendet zu sein. Tatsächlich jedoch wurde die Tylersche Reibeisenstimme zu ihrem Markenzeichen und trieb ihren Erfolg erst richtig an.










