Schon die Ankündigung zur Veranstaltung redet nicht drumherum: Berlin, so der BSW-Landesverband „ist das Epizentrum der Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Skandal um die RBB-Intendantin Schlesinger war Ausgangspunkt einer deutschlandweiten Debatte über Intendantengehälter, Vetternwirtschaft, Intransparenz und Verschwendung von Beitragsgeldern“.

Richtig, das kann man so stehenlassen. Aber es geht noch weiter: „Erfüllt der ÖRR seinen Programmauftrag? Wenn alle Haushalte Rundfunkbeitrag bezahlen müssen, müssten dann nicht auch alle ihre Sichtweisen und Perspektiven im Rundfunk wiederfinden können?“

Vertrauen stetig geschrumpft

Die Flinten sind also geladen, kein Zweifel, dass es ein einhelliges Hallali geben wird, hier, am Mittwochabend im Sprechsaal nahe der Friedrichstraße. Der Berliner Landesverband hat geladen, sein Vorsitzender, Alexander King, begrüßt das Podium. Auf dem sitzen vor rund 40 Gästen drei Journalisten, nämlich Annekatrin Mücke (schreibt u.a. auch die Medienkolumne dieser Zeitung), Ramon Schack (zuletzt Neues Deutschland) und Tilo Bernhardt, der zudem auch Psychologe ist. Alle drei stehen den Thesen des BSW zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk nahe, wenn auch auf verschiedener Betriebstemperatur.