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Börse: Neue Eskalation in Nahost drückt Dax unter 25.000 Punkte Die wieder aufflammenden Spannungen zwischen Iran und USA lassen den Dax fallen. Auch die Ölpreise steigen wieder.

08.07.2026 - 19:55 Uhr Die deutsche Börse in Frankfurt am 8. Juli 2026. Foto: REUTERSEine neue Eskalation im Iran-Krieg hat dem Aufschwung des Dax ein abruptes Ende bereitet. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss am Mittwoch 2,2 Prozent tiefer bei 24.897,45 Punkten. Damit baute er seine Gewinne aus der Rekordjagd der vergangenen Tage größtenteils wieder ab.Der EuroStoxx50 gab 1,8 Prozent auf 6204,91 Zähler nach. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street lagen am Abend zwischen einem und 1,6 Prozent im Minus.US-Präsident Donald Trump hat das vorläufige Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges für nichtig erklärt und mit neuen Angriffen gedroht. Er reagierte damit auf neue iranische Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. „Die unwägbare Situation im Nahen Osten gleicht einem kurz vor der Explosion stehenden Pulverfass“, kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. „Mit einer Fortsetzung des Krieges im Nahen Osten würde eine vollkommen neue Dimension des Konflikts in der Region erreicht.“Zu viel Optimismus eingepreistDie Angst vor neuen Lieferunterbrechungen verteuerte das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI um jeweils rund acht Prozent auf 80,24 und 75,76 Dollar je Fass (159 Liter). Zuletzt waren die Ölpreise auf das Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar zurückgefallen, da sich die USA und der Iran Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt hatten, das eine Waffenruhe und eine 60-tägige Frist zur Aushandlung einer Friedensvereinbarung vorsah. Der monatelang blockierte Schiffsverkehr durch die für Energietransporte wichtige Wasserstraße von Hormus lief langsam wieder an und verringerte die Versorgungsängste.Der Optimismus sei offenbar verfrüht gewesen, meint Capital.com-Analystin Daniela Hathorn. Dennoch geht die Expertin nicht davon aus, dass die Anleger nun einen dauerhaften Angebotsschock einpreisen müssen. Ein länger anhaltender Konflikt zwischen den USA und dem Iran „würde für beide Seiten erhebliche wirtschaftliche und politische Kosten mit sich bringen“. Der Markt dürfte aber weiter zwischen Phasen der Eskalation und Deeskalation schwanken.Am Devisenmarkt fachte der Ölpreisanstieg die Spekulationen auf baldige US-Zinserhöhungen wieder an. Investoren griffen beim Greenback zu, der Dollar-Index rückte um 0,2 Prozent auf 101,258 Punkte vor. Der Goldpreis fiel dagegen um fast zwei Prozent auf 4034 Dollar je Feinunze. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.Die Währungshüter der US-Notenbank Fed hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf wegen der Inflationsgefahr durch die höheren Energiepreise avisiert. Am Abend werden die Protokolle der ersten Zinssitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh veröffentlicht. Sie könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed bringen.Warten auf Fed-ProtokolleZudem hat Trump Spanien erneut scharf attackiert und drastische Maßnahmen gegen den Nato-Partner angekündigt. Er habe US-Finanzminister Scott Bessent angewiesen, sämtliche Handelsbeziehungen mit dem südeuropäischen Land einzustellen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara. Der spanische Leitindex IBEX schloss 2,7 Prozent tiefer und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit Trumps erster Drohung Anfang März. Am Anleihemarkt zogen die Renditen an. Die Verzinsung der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen stieg auf 3,584 Prozent.Auf der Unternehmensseite setzte der steigende Ölpreis den Airline-Aktien zu. Die Papiere von Air France, WIZZ Air, der British-Airways-Mutter IAG und der Lufthansa fielen um 4,8 bis 6,6 Prozent. Das Nachsehen hatten auch die zinssensiblen Immobilienwerte. Vonovia, Aroundtown, LEG und TAG Immobilien büßten zwischen knapp sechs und fast acht Prozent ein. Unter Druck gerieten auch die europäischen Finanzwerte. Im Aufwind waren dagegen die Aktien europäischer Ölkonzerne. Der entsprechende Branchenindex rückte um knapp zwei Prozent vor. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick