Dugan war im Dezember wegen Behinderung der Justiz schuldig gesprochen worden; ihr drohten bis zu fünf Jahre Haft. Hintergrund ist ein Vorfall vom April 2025 : Dugan leitete damals eine Verhandlung in Milwaukee, bei der ein mexikanischer Staatsbürger vor Gericht stand, der wegen häuslicher Gewalt angeklagt war. Als FBI-Agenten, Drogenfahnder und Beamte der Einwanderungsbehörde das Gerichtsgebäude betraten und nach dem Mann suchten, soll Dugan die Bundesagenten konfrontiert und nach einem richterlichen Haftbefehl gefragt haben.Die Juristin soll die Beamten an den Obersten Bezirksrichter verwiesen haben und in den Saal zurückgekehrt sein. Dort habe sie den Angeklagten und seinen Anwalt durch eine Seitentür in einen nicht öffentlichen Bereich geleitet. Der Angeklagte versuchte demnach, das Gebäude unbemerkt zu verlassen. Die Beamten hätten ihn erst auf der Straße gefasst, nach einer kurzen Verfolgung zu Fuß.Der Bezirksrichter begründete die milde Strafe für Dugan damit, dass sie sonst eine »gute Person« sei und in dem Moment eine schlechte Entscheidung getroffen habe. Außerdem merkte der Richter an, dass Dugans Handlungen die ICE-Beamten nicht davon abhielten, den Angeklagten vor dem Gerichtsgebäude zu verhaften.Im Januar trat Dugan unter dem Druck republikanischer Abgeordneter, die ihr mit einem Amtsenthebungsverfahren drohten und sie als »aktivistische Richterin« bezeichneten, als Bezirksrichterin im Milwaukee County zurück. Das Amt hatte sie neun Jahre lang innegehabt. In ihrem Rücktrittsschreiben erklärte sie, die strafrechtliche Verfolgung bedrohe »die Unabhängigkeit unserer Justiz«.