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Geldanlage: So haben 450.000 Deutsche im Juni investiert Exklusive Daten des Brokers Flatex zeigen, wie viele Deutsche im Juni investiert haben und auf welche Branchen sie nun setzen. Zwei Aktien verzeichnen dabei einen vierstelligen Zuwachs.
Ben Mendelson 08.07.2026 - 08:47 Uhr Artikel anhörenWie haben 450.000 Deutsche im Juni investiert? Foto: Dpa (2), Getty Images [M]Düsseldorf. Die 450.000 deutschen Kunden des Brokers Flatex haben im Juni erneut ihre Portfolios umgeschichtet. Die Daten, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen, zeigen bei fast jeder zehnten großen Aktienposition Nettozuflüsse von mehr als zehn Prozent. Zwei Ausreißer kommen sogar auf mehr als 1000 Prozent Nettozufluss.Nach Branchen ausgewertet, konnten vor allem drei Sektoren zulegen, während zwei Bereiche auf der Verliererseite stehen.Für die Auswertung hat die Bank Flatexdegiro für das Handelsblatt erneut die Depots aller Kunden in Deutschland analysiert. Nach wie vor stellen Aktien mit 46,6 Prozent des investierten Vermögens das häufigste Asset dar, gefolgt von ETFs mit 43,2 Prozent. Während die ETFs im Juni 2,6 Prozent Gewinn machten, verzeichneten die Einzelaktien-Positionen ein Minus von zwei Prozent.Welche Einzelaktien waren am beliebtesten?Die Daten zeigen zudem für die 200 größten Einzelaktien-Positionen, wie sich die Nettogeldflüsse entwickelt haben, die sogenannten Net Flows. Sie weisen aus, ob Aktien nachgekauft oder verkauft wurden. Dafür wurden die Veränderungen der Positionen in den Depots im Juni mit dem Aktienkurs im selben Zeitraum verglichen.Kaum Bewegung gab es im Juni beim Aktienkurs der bayerischen Immobilienfirma FCR. Die Flatex-Anleger erhöhten ihre Position aber um fast 8700 Prozent. Und auch der zweithöchste Net Flow lag mehr als 1000 Prozent im Plus: Beim Halbleiterkonzern KLA aus den USA sank der Aktienkurs in den Flatex-Depots um 84 Prozent, die Position stieg aber um 80 Prozent. Beide Netflows sind bemerkenswert hoch, zum Vergleich: Die höchsten Net Flows bei den Auswertungen für die Monate Mai und April lagen unter 100 Prozent.Allerdings werden die Net Flows im Verhältnis zum investierten Vermögen berechnet. Bei kleineren Aktienpositionen können größere Zukäufe daher stärkere Wirkung entfalten. FCR Immobilien liegt nach den Juni-Zukäufen auf Platz 114 der 200 größten Aktienpositionen, KLA auf dem 186. Platz.Finanzprofessor Andreas Hackethal von der Universität Frankfurt hält diese Positionsgrößen für „überschaubar“. FCR sei ein „Nebenwert mit hoher Dividende und Insidergerüchten“, so Hackethal. Beides habe wohl als Signal gewirkt. Die Flatex-Käufe „vermochten aber nicht, den Preis zu bewegen“: Die Aktie stieg im Juni um 0,9 Prozent.Bei KLA gab es im Juni einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10. „Durch den jetzt wieder kleinen Stückpreis könnten manche Anleger der Illusion verfallen sein, einen KI-Gewinner auf Rekordniveau nun wieder günstiger kaufen zu können“, vermutet Hackethal.BMW, VW, Porsche Holding und Lufthansa im PlusZu den weiteren Net-Flow-Gewinnern zählt mit Marvell Technology ein weiterer US-Halbleiter- und Speicher-Hersteller. Die Nettozuflüsse betrugen im Juni knapp 30 Prozent. Dahinter folgen mit BMW (plus 27,4 Prozent), Volkswagen und der Porsche Holding drei Vertreter der deutschen Autoindustrie sowie die Deutsche Lufthansa (alle knapp 16 Prozent im Plus).Mit einem Plus von 12,7 Prozent findet sich auch das Cloud-Unternehmen ServiceNow unter den größten Gewinnern des Monats. Die US-Firma zählte bereits in den Vormonaten zu den Besten, allerdings fiel im Juni der Aktienkurs um 18,5 Prozent. Die Flatex-Kunden kauften also auf niedrigerem Niveau nach.Der stärkste Verlierer bei den Net Flows ist im Juni der deutsche Versandhändler Zalando, sein Minus beträgt knapp 25 Prozent. Der Aktienkurs war im gleichen Zeitraum um fast neun Prozent gestiegen, hier könnten also Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen. Mit Adidas steht ein weiterer Dax-Konzern auf der Verliererseite, wobei auch hier der Aktienkurs positiv war: plus 6,8 Prozent im Juni.Geldanlage Geld ohne Arbeit: Mit diesem Rechner planen Sie Ihr passives Einkommen Nach Branchen ausgewertet zeigt sich, dass im Median die Branchen Rüstung, Reisen und Freizeit sowie die Automobilindustrie am stärksten gewonnen haben.Bei Autos und Reiseunternehmen handele es sich um „Dip-Käufe“, wie Andreas Hackethal ausführt. BMW sei hier „das Paradebeispiel“, nach einer Gewinnwarnung und dem Kursrückgang im vergangenen Monat.Tobias Spreiter, Head of Business Development bei der Flatexdegiro Bank, sagt zu den Branchendaten: „Die Nettokäufe zeigen, dass Anleger dort investieren, wo sie aktuell die größten Wachstumschancen sehen.“ Gerade deutsche Rüstungsunternehmen waren auch in den vergangenen Monaten beliebt bei deutschen Flatexkunden.Die größten Nettoabflüsse verzeichnen im Juni die Branchen Telekommunikation und Banken.Bei den Telekommunikationswerten lag lediglich die Deutsche Telekom mit knapp sechs Prozent im Plus, das größte Minus fuhren Ast Spacemobile (-20 Prozent) und Verizon (-10 Prozent) ein. Das US-Unternehmen SpaceX stieß nach seinem Börsengang zwar auf großes Interesse bei den Flatex-Anlegern und steht auf dem 64. Platz der Einzelaktien. Da es keinen Vormonatswert gibt, wurde für den Juni aber noch kein Net Flow berechnet.Andreas Hackethal sieht die Abflüsse aus dem Bankensektor als „Gewinnmitnahmen nach einer außergewöhnlichen Rally“.Durchsuchbare Tabelle: 200 Aktien im VergleichDie folgende durchsuch- und sortierbare Tabelle zeigt für die 200 größten Aktienpositionen, wie sich der Aktienkurs sowie die Net Flows im Juni entwickelt haben.Der Verbraucherschützer Niels Nauhauser hält indes wenig von der Strategie, einen größeren Teil des Vermögens in Einzelaktien zu investieren: „Ich rate klar von derartigen Spekulationen ab.“ Verwandte Themen BMWLufthansaBei Investments mit Einzelaktien sei die Rendite langfristig wahrscheinlich „sogar schlechter als mit sicheren kurzfristigen Zinspapieren“. Für erfolgreiche Aktieninvestments seien ETFs auf weltweite Indizes sinnvoller.Erstpublikation: 07.07.2026, 04:07 Uhr. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt







