PfadnavigationHomeSportDartsErster TurniersiegAcht Jahre Warten auf diesen Moment – die späte Erlösung des Gabriel ClemensVon Luca WiecekRedakteur im Sport-KompetenzzentrumStand: 03:06 UhrLesedauer: 3 MinutenWM-Halbfinalist – und jetzt auch Turniersieger: Gabriel Clemens Quelle: John Walton/PA Wire/dpaSechsmal stand Gabriel Clemens im Finale eines PDC-Turniers, sechsmal verlor er. Nun hat der deutsche Darts-Profi seinen Fluch gebrochen. Er holt sich seinen ersten Profisieg – mit einem epischen Ende.Mit mehr Stil kann man seinen ersten Turniersieg als Darts-Profi nicht perfekt machen. Zwei Pfeile steckten mustergültig eng beieinander in der Triple-20 und auch den dritten ins Bullseye versenkte Gabriel Clemens mittig. Dann breitete er die Arme aus und lachte los. „Das ist doch nicht wahr. Das ist absurd“, schrie der von DAZN bekannte Darts-Kommentator Adrian Geiler ins Mikrofon. Er kommentierte das Finale live auf seinem Twitch-Kanal.Clemens hatte gerade die 170 Punkte zum 8:6-Sieg über den Engländer Luke Woodhouse gecheckt. Es ist das größtmögliche Ende für eine Dartspartie, die in diesem Fall einer Erlösung nach acht langen Jahren gleichkommt. So lange ist Clemens schon auf der Profi-Tour. Seit 2018 jagte der ehemalige Maschinenschlosser aus dem Saarland seinem ersten Turniersieg hinterher. Sechsmal stand er zuvor im Finale, sechsmal verlor er. In Pro-Tour-Turnier Nummer 24 der diesjährigen Saison besiegte Clemens seinen Fluch. „Wollt Ihr was Unglaubliches sehen? Gabriel Clemens ist ein Champion“, kommentierte Geiler. Es ist eines der kleineren Turniere auf der Profi-Tour des Darts, das der 42-Jährige gewann. Die Players-Championship-Turniere werden ohne Zuschauer ausgetragen, es gibt 15.000 statt wie bei den großen Turnieren mehrere hunderttausend Pfund für den Sieger. Viele Topstars lassen dieses Brot-und-Butter-Geschäft schleifen, weil es für sie zu viel Reiseaufwand für zu wenig Ertrag bedeutet. Am Dienstag in Leicester waren etwa Luke Littler, Luke Humphries oder Gerwyn Price gar nicht erst dabei. Und doch ist Clemens‘ Sieg etwas ganz Besonders. Clemens räumt van Gerwen aus dem WegZum einen, weil er auf seiner Reise zum Titel nicht nur den dreifachen Weltmeister Michael van Gerwen aus dem Weg räumte (6:4), sondern gegen den Engländer Scott Williams sogar einen Neundarter – das perfekte Leg – gegen sich überstand und mit Kevin Doets, Mickey Mansell, Brendan Dolan und Woodhouse auch sonst zumindest B-Prominenz schlug. Zum anderen, weil er erst der fünfte Deutsche ist, dem überhaupt ein Titelgewinn auf höchster Ebene gelang. Vor ihm schafften das nur Max Hopp, Ricardo Pietreczko, Martin Schindler und Niko Springer.Wirklich abzusehen war Clemens‘ Erfolg nicht. Nach seinem Halbfinale bei der WM 2023 hatte der Saarländer ein tiefes Tal zu durchschreiten. Er stürzte aus den Top 20 der Weltrangliste ab, war zuletzt als 44. gelistet. Von Kritikern wurde er als One-Hit-Wonder ausgemacht, der nicht mehr konstant zu seinen Top-Leistungen zurückfindet. Clemens hat sie zumindest für einen kurzen Moment eines Besseren belehrt. Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.„Ich habe schon so viele Finals verloren. Ich bin so glücklich, dass ich es endlich geschafft habe. Mir fehlen die Worte. Heute ist mein Tag, ich bin so stolz. Ich hoffe, dass das nur der Start war und weitere gute Ergebnisse folgen werden“, ordnete der „German Giant“ seinen Triumph am Mikrofon der Professional Darts Corporation (PDC) ein.Luca Wiecek ist Sportredakteur für WELT. Er spielt selbst semigut Darts beim VfD Rakete Berlin.
Darts: Acht Jahre Warten auf diesen Sieg – die späte Erlösung des Gabriel Clemens - WELT
Sechsmal stand Gabriel Clemens im Finale eines PDC-Turniers, sechsmal verlor er. Nun hat der deutsche Darts-Profi seinen Fluch gebrochen. Er holt sich seinen ersten Profisieg – mit einem epischen Ende.






