Wegen Einsturzgefahr eines Hochhauses sind mitten in New York mehrere Gebäude evakuiert und Straßen abgesperrt worden. Bei dem betroffenen Wolkenkratzer handelt es sich um die leerstehende frühere Zentrale des Pharmakonzerns Pfizer, die gerade in ein Appartementhaus umgewandelt wird. Wie Bürgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz sagte, stellte die New Yorker Feuerwehr bei einem Einsatz am Dienstagmorgen fest, dass sich zwei Stahlträger im 21. Stock des 37 Stockwerke hohen Gebäudes verbogen hatten. Zudem seien mehrere Stockwerke abgesackt, und es gebe viele Risse. „Dies ist eine extrem ernste Situation,“ sagte er. Seit dem Beginn des Feuerwehreinsatzes hätte sich einer der beiden Stahlträger weiter bewegt. „Das Gebäude ist noch immer instabil.“ Die Situation ändere sich „von Minute zu Minute“.Feuerwehrchef John Esposito sagte, dem Gebäude drohe ein „lokalisierter Kollaps“. Es sei „möglich“, dass es in sich zusammenfallen könnte, wobei es so konstruiert sei, dass kein „totaler Kollaps“ zu erwarten sei.Mehr als ein halbes Dutzend Gebäude rund um den Wolkenkratzer wurden am Dienstag evakuiert, darunter zwei Hotels und eine Schule mit rund 400 Kindern. Außerdem wurde eine mehrere Straßen umfassende „Frozen Zone“ eingerichtet, die für die meisten Fußgänger und Autos gesperrt war. Busse wurden umgeleitet. Mamdani forderte New Yorker auf, die Gegend zu vermeiden.Bürgermeister Zohran Mamdani und Vertreter der New Yorker Feuerwehr FDNY auf einer Pressekonferenz in der Nähe des einsturzgefährdeten Gebäudes.AP Photo/Angelina KatsanisDas betroffene Gebäude ist ganz in der Nähe des Bahnhofs Grand Central. Pfizer hatte hier viele Jahre lang seine Zentrale, 2023 zog das Unternehmen in neue Büros in den Hudson Yards weiter westlich in Manhattan. Aus den einstigen Büros werden gerade Appartements gemacht, und dem Gebäude werden mehrere Stockwerke hinzugefügt. Nach Angaben von Metroloft, dem Bauherren des Projekts, ist dies die größte derartige Umwandlung in der Geschichte von New York. Insgesamt sollen hier 1600 Luxusappartements entstehen, der Umbau sollte nach bisheriger Planung im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Das Projekt ist Teil einer breiter angelegten Initiative, leerstehende Büroflächen in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln.Es ist bislang unklar, wie es zu den strukturellen Schäden an dem Gebäude kam. Metroloft teilte am Dienstag mit, mit der New Yorker Baubehörde zusammenzuarbeiten, „um die Dimension der Lage zu verstehen“. Cliff Johnsen, einer der Bauarbeiter in dem Gebäude, mutmaßte gegenüber New Yorker Lokalzeitungen, es sei nicht genug Stahl verwendet worden, um die zusätzlichen Stockwerke zu stützen. Er sagte weiter, die beiden Stahlträger im 21. Stockwerk seien „wie Zigaretten geknickt“.Die New Yorker Feuerwehr kam am Dienstagmorgen gegen acht Uhr zu dem Gebäude, nachdem sie einen Anruf bekommen hatte, wonach Ziegelsteine heruntergefallen seien. Dafür fand sie dann zwar keine Anhaltspunkte, sie stellte dann aber die Schäden im Inneren fest. Mamdani zufolge gab es keine Verletzten. Insgesamt kamen 150 Feuerwehrleute zum Einsatzort.Wie die „Daily News“ berichtete, gab es seit Beginn der Umbauarbeiten an dem Wolkenkratzer mehrere Beschwereden wegen Sicherheitsverstößen, und die Bauherren hätten mehr als 30.000 Dollar Strafgeld bezahlen müssen.F.A.Z.