Zeitdiagnosen in den sozialen Medien: Intellektueller Slop?
In den sozialen Medien trendet eine neue Form der Gegenwartsanalyse. Dabei fühlt sich der Intellectual-Influencer-Content so einleuchtend wie generisch an.
…und in 45 Sekunden gelangt man vom Sauerteigbrot zur Anti-Moderne
Daniela Simona Tem/imago
D ieser Sommer wird kein brat Sommer. Es wird auch kein Hot-Girl-Sommer. Und es wird auch kein Tomato-Aesthetic-Sommer. Denn Tomaten auf einem Strandtuch oder dem Smartphone-Case sind nun wirklich keine kulturelle Bewegung“, verdreht Carmen Vicente – „social media manager in tech and forever thinking about the algo“ mit rund 35.000 Followern – die Augen. Ich gebe gerne zu: Gute Hook, meine Aufmerksamkeit ist geweckt. Was wird es denn nun für ein Sommer? In Erwartung eines originellen Gedankens oder unerwarteten Plottwists starre ich ungeduldig auf den Bildschirm. „I think the Sommer of 2026 will be …“, kurze Pause, sie macht es extraspannend: „unoptimized“. Uff, was für eine Enttäuschung. Schon wieder eine langweilige Zeitdiagnose.






