In unserem Liveblog informieren wir Sie über alle Entwicklungen in der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump.Trump: Grönland sollte von den USA kontrolliert werdenDer amerikanische Präsident Donald Trump will weiter die zum Königreich Dänemark gehörende Insel Grönland beherrschen. Es bleibe dabei, dass Grönland von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte, sagte er auf dem NATO-Gipfel in Ankara während eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Konkrete Handlungen drohte Trump zunächst nicht an. Ebenso ließ sich Trump über europäische Verbündete aus. „Ich war sehr enttäuscht von der NATO“, sagte er während des Treffens mit Erdoğan. Kurz darauf bekräftige er seine zuletzt immer wieder vorgebrachte Kritik, wonach europäische Partner die USA im Irankrieg hängen gelassen hätten. Explizit erwähnte er dabei Großbritannien, Italien, Deutschland und Frankreich. NATO-Prognose: Deutschland meldet 2026 Rekordsumme für Verteidigung Deutschland wendet in absoluten Werten im laufenden Jahr nach den USA die höchste Summe für seine Verteidigung im Bündnis auf, nämlich 124,7 Milliarden Euro. Das ist eine Rekordsumme, nach 99,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Die französischen Ausgaben sind mit 67,6 Milliarden Euro nur noch fast halb so hoch. Das Vereinigte Königreich erreicht 81,1 Milliarden Pfund, umgerechnet fast 95 Milliarden Euro. Das geht aus einer neuen Prognose der NATO hervor, die am Dienstagabend veröffentlicht wurde und auf einer Schätzung beruht. In diesem Jahr übertreffen erstmals alle Verbündeten die Untergrenze der Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Vorjahr hatten Albanien (1,46 Prozent), Slowenien (1,57 Prozent) und die Tschechische Republik (1,86 Prozent) dieses Ziel zum Teil deutlich verfehlt, wie daraus weiter zu ersehen ist. Das neue Ausgabenziel von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung haben demnach fünf Staaten schon erreicht: Litauen (5,33), Estland (5,1), Lettland (4,92), Polen (4,68) und Griechenland (3,65). Dänemark liegt knapp unter der Schwelle (3,49). Deutschland kommt auf 2,69 Prozent. Die USA kommen in diesem Jahr auf Gesamtausgaben von 1,03 Billionen Dollar. Alle Europäer und Kanada zusammen erreichen 777 Milliarden Dollar. Damit sind sie noch ein ganzes Stück von dem erklärten Ziel der NATO entfernt, in den Ausgaben mit den USA gleichzuziehen – zumal die Regierung von Donald Trump das Budget drastisch auf 1,5 Billionen Euro erhöhen will. Aus den neuen Angaben der NATO geht auch hervor, dass schon 17 der 32 Verbündeten das zusätzliche Ziel erreicht haben, weitere 1,5 Prozent für Sicherheit im weiteren Sinne aufzuwenden. Das reicht von Cyberabwehr bis zu Infrastruktur, die militärisch genutzt werden kann. Im Durchschnitt kommen alle Verbündeten auf einen Wert von 2,53 Prozent bei den „harten“ Verteidigungsausgaben und 1,4 Prozent für Sicherheit.Bundeskanzler Merz in Ankara eingetroffen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder in Ankara eingetroffen. Merz landete am Dienstagnachmittag auf dem Flughafen Esenboğa der türkischen Hauptstadt. Deutschland übernehme mehr Verantwortung, schrieb Merz nach seiner Landung im Onlinedienst X. „Wir bauen eine europäischere NATO, damit sie transatlantisch bleiben kann“, erklärte er. Begleitet wird Merz unter anderem von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Zusammen mit seiner Frau Charlotte Merz nimmt der Kanzler am Abend auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Essen der Staats- und Regierungschefs im Präsidentenpalast teil.Selenskyj fordert größere Lieferungen von PatriotsDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat als Gast auf dem NATO-Gipfel in Ankara größere Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen von den Partnerstaaten eingefordert. „Das ist Russlands letzter großer Vorteil“, sagte der Staatschef bei einem Auftritt am Dienstag. Russland griff in den vergangenen Tagen mehrfach die Ukraine mit ballistischen Raketen an. Dass in der Hauptstadt Kiew Dutzende Zivilisten getötet wurden, wird auf das Fehlen von Patriot-Raketen zurückgeführt.Trump sagt „Hallo Soldat“ auf TürkischRecep Tayyip Erdoğan empfing Donald Trump direkt auf Rollfeld des Militärflughafens Etimesgut, wo ein blauer Teppich ausgerollt wurde. An diesem waren auch Soldaten zu Ehren Trumps angetreten. Trump wandte sich an die Soldaten mit dem Gruß „Hallo Soldat“ auf Türkisch. Dies in der Türkei ist Teil des üblichen Protokolls bei Besuchen ausländischer Gäste, die mit militärischen Ehren begrüßt werden. Die Soldaten antworteten mit einem lauten „Danke“. Merz will „Geist von Ankara“ weckenBundeskanzler Friedrich Merz setzt ungeachtet anhaltender Kritik vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump an den Europäern auf ein Signal der Einigkeit beim NATO-Gipfel in der Türkei. „Ich wünsche mir, dass es uns gemeinsam gelingt, einen Geist von Ankara zu wecken“, sagte der CDU-Chef in Berlin vor seinem Abflug zum NATO-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara. „Von diesem Gipfel soll die Botschaft ausgehen: Wir bauen eine europäischere NATO, damit die NATO transatlantisch bleiben kann“, ergänzte Merz, der von seiner Ehefrau Charlotte begleitet wird. Außerdem erklärte Merz, er hoffe, dass vom Gipfel in Ankara ein wichtiges Signal für die von Russland angegriffene Ukraine ausgehe. „Ankara könnte einen Einschnitt in diesem Krieg markieren“, sagte der Kanzler. „Dem Kreml dürfte langsam klar sein, dass sich Russland in diesem Krieg nicht durchsetzen wird und seine Kriegsziele nicht erreichen wird“, fügte Merz hinzu. Merz bezog sich in seinen Ausführungen darauf, dass es in Ankara auf deutsche Initiative eine Vereinbarung der europäischen Bündnismitglieder geben soll, die Ukraine mit weiteren Mitteln auszustatten. USA wollen hochmoderne Lenkflugkörper in Europa wartenDie USA wollen erstmals in Europa eine Fabrik zur Wartung, Instandhaltung, Reparatur und Modernisierung ihrer modernen Lenkflugkörper des Typs PAC-3 aufbauen. Diese hochmodernen Raketen werden vom Patriot-Raketenabwehrsystem verwendet, das Akronym PAC steht für Patriot Advanced Capability. An dem Projekt, das in Ankara verkündet wurde, sind die vier europäischen NATO-Staaten beteiligt, die PAC-3 verwenden: Deutschland, die Niederlande, Schweden und Polen. Noch haben die Partner nicht darüber entschieden, wo die Fabrik entstehen wird. In Deutschland macht man sich aber wohl nicht zu Unrecht Hoffnungen darauf, dass der Standort dort sein wird.Schließlich ist dort schon jetzt die Kompetenz am höchsten. So warten die USA seit langem ihr Vorgängermodell PAC-2 im oberbayerischen Schrobenhausen, in einem Gemeinschaftsunternehmen von MBDA Deutschland und Raytheon. Zudem entsteht dort gerade eine neue Fabrik für PAC-2-Lenkflugkörper, die erste Produktion außerhalb der USA. Deutschland und drei weitere NATO-Staaten haben schon 1000 Lenkflugkörper für 5,6 Milliarden Dollar bestellt, die dort gebaut werden. Eine Fabrik zur Wartung von PAC-3 könnte nach diesem Vorbild der Einstieg in eine Lizenzfertigung in Europa werden. Auch die Ukraine macht sich Hoffnungen darauf. Freilich müsste die US-Regierung dem erst noch zustimmen.Ein amerikanischer Vertreter erläuterte in Ankara den Vorteil, den die USA mit der Wartung in Europa verbinden, so: „Wir würden die Hauptproduktionsstätten entlasten, die andernfalls mit der Instandhaltung der Raketen beschäftigt wären, was somit zu einer höheren Produktionskapazität in unseren Hauptproduktionsstätten führt.“ Die Europäer wiederum müssen ihre Raketen nicht mehr nach Camden im Bundesstaat Arkansas bringen, um sie zu warten. Protest gegen die NATO und TrumpEin Großaufgebot der türkischen Polizei ging am Dienstag gegen Mitglieder der türkischen Arbeiterpartei und der ebenfalls linksgerichteten Emep-Partei vor, die im Kurtuluş-Park in Ankara gegen das Treffen der Militärallianz und den Besuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump demonstrieren wollten. Die Arbeiterpartei teilte mit, dass etliche ihrer Mitglieder festgenommen worden seien. Der Gouverneur von Ankara hatte zuvor ein Demonstrationsverbot für das gesamte Stadtgebiet ausgerufen. Schweden und Kanada liefern neues NATO-ÜberwachungsflugzeugDie erste große Ankündigung in Ankara betrifft die neue Generation von AWACS-Überwachungsflugzeugen, die zehn Mitgliedstaaten für die NATO beschaffen, darunter Deutschland. Der Auftrag für bis zu zehn Flugzeuge mit dem Namen Globaleye geht an den schwedischen Konzern Saab und das kanadische Unternehmen Bombardier, die gemeinsam das Flugzeug bauen. Die F.A.Z. hatte schon im April darüber berichtet. Seinerzeit hatte die NATO den Auftrag aber nicht bestätigen wollen, um sich das Projekt für den Gipfel in Ankara aufzuheben.Es handelt sich dabei um ein langjähriges Politikum, weil die Allianz den Auftrag eigentlich schon 2023 an den amerikanischen Hersteller Boeing vergeben wollte, der auch die Flugzeuge des Typs E-3 hergestellt hat, die vier Jahrezehnte lang im Dienst waren. Allerdings hatte sich das Pentagon danach selbst gegen Boeings Nachfolgemodell E-7 Wedgetail entschieden. Das führte auch bei der NATO zu einem Umdenken. Für Schweden ist die Beschaffung ein erster großer Rüstungserfolg, seit es der NATO beigetreten ist. Das Geschäft hat ein Volumen von 4 bis 4,5 Milliarden, die Auslieferung der Flugzeuge soll 2030 beginnen. Türkischer Journalist festgenommenDie türkische Justiz scheint den NATO-Gipfel als Ablenkung nutzen zu wollen, um gegen missliebige Journalisten vorzugehen. In der Nacht vor dem NATO-Gipfel wurde in Istanbul der Gerichtsreporter der Zeitung BirGün, Kayhan Ayhan, „wegen der Verbreitung von irreführenden Informationen“ festgenommen. Ayhan hatte über die Prozesse gegen den früheren Bürgermeister von Istanbul Ekrem İmamoğlu berichtet. Die Gerichtsverfahren überschneiden sich zeitlich mit dem Gipfel in einer Weise, die Beobachter nicht für Zufall halten. So war İmamoğlu am Montag in gleich drei Prozessen befragt worden. Am Mittwoch und Donnerstag soll er seine Aussagen im Hauptprozess machen. İmamoğlu hatte dagegen protestiert. Laut BirGün wurde der festgenommene Reporter nun zu seiner Berichterstattung über diesen Protest befragt. Schon im Vorfeld des Gipfels waren mehrere Journalisten festgenommen worden. Lesen Sie weitere Hintergründe über das türkische Vorgehen hier:Trump muss sich wohl nicht vor Atatürk verneigen Noch vor einigen Tagen hatten regierungsnahe türkische Medien berichtet, der amerikanische Präsident Donald Trump werde zu Beginn seines Aufenthalts in Ankara auch das Mausoleum von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk besuchen. So sieht es das türkische Protokoll für Staatsbesuche vor, samt Kranzniederlegung. So viel Demut vor dem „Vater der Türken“ wollte man Trump dann wohl doch nicht abverlangen. Schließlich ist das ganze Programm des NATO-Gipfels darauf zugeschnitten, Trump bei Laune zu halten. In seiner aktuellen Agenda ist jedenfalls keine Rede mehr von Atatürk. Demnach wird er gegen ein Uhr deutscher Zeit von Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Flughafen empfangen. Nach militärischen Ehren und einem Gespräch mit Erdoğan soll Trump am Abend an einem Dinner mit den Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten teilnehmen. Jenseits des NATO-Programms soll er am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den syrischen Präsidenten Ahmat al-Scharaa treffen. Donald Trump erklärte, er würde wohl nicht am Treffen der von ihm ungeliebten Militärallianz teilnehmen, wenn nicht sein „Freund“ Recep Tayyip Erdoğan es ausrichten würde. Warum sich der türkische und amerikanische Präsident so gut verstehen, erklärt unsere Türkei-Korrespondentin Friederike Böge.Verteidigungsausgaben: Wadephul kontert Kritik TrumpsAußenminister Johann Wadephul verteidigt vor dem NATO-Gipfel in Ankara die deutschen Verteidigungsausgaben gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump. „Wir schauen auf die Zahlen und die zeigen nach oben“, sagte der CDU-Politiker im „Deutschlandfunk“. Deutschland werde das Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung bis Ende des Jahrzehnts erreichen. „Wir übertreffen bei unseren Ausgaben viele unserer Partner“, sagte Wadephul. „Es wird auch in Washington gesehen, was Deutschland macht.“Trump hatte vzuvor abermals die Höhe der Verteidigungsausgaben großer europäischer Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien kritisiert. Trump nannte auch Deutschlands NATO-Beitrag „lächerlich“. Mehr ladenTickarooLive Blog Software