Noch ist Jürgen Klopp nicht einmal offiziell Bundestrainer. Und doch scheint der 59-Jährige bereits die erste wichtige Personalentscheidung beim Deutschen Fußball-Bund mit beeinflusst zu haben.Rudi Völler wird seinen Vertrag als Sportdirektor bis zur Europameisterschaft 2028 erfüllen. Das kündigte der 66-Jährige am Dienstag am DFB-Campus an. Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann nach dem frühen Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft und den angekündigten Veränderungen in der sportlichen Führung bleibt dem Verband damit zumindest eine seiner wichtigsten Identifikationsfiguren erhalten.

Rudi Völler lässt sich in Telefonaten überzeugen

Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie diese Entscheidung zustande gekommen sein soll. Völler berichtete von einem längeren Telefonat mit Klopp, außerdem habe er Gespräche mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Vizepräsident Hans-Joachim Watzke und sogar Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff geführt. „Das Gesamtpaket“ habe letztlich den Ausschlag gegeben, seine ursprünglich offene Zukunftsfrage zugunsten eines Verbleibs zu beantworten, wie er in einer Medienrunde mit Bild, Frankfurter Rundschau, der Funke-Mediengruppe, Kicker und Süddeutscher Zeitung in Frankfurt am Main mitteilte.Vor allem das Gespräch mit Klopp dürfte dabei weit über eine bloße Höflichkeit hinausgegangen sein. Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich angedeutet, dass der designierte Bundestrainer unbedingt mit Völler zusammenarbeiten möchte. Nun bestätigte der Sportdirektor selbst, dass sich in dem Austausch „schnell herauskristallisiert“ habe, dass eine Zusammenarbeit funktionieren könne. Klopp sichert sich damit offenbar genau den Partner, den er für den Neustart beim DFB haben möchte.