Der AfD-Influencer Noah Krieger hat auf Instagram fast 400.000 Follower. In seinen neuesten Beiträgen meldet er sich laut eigener Aussage aus russisch besetztem Territorium in der Ukraine – und trägt dabei eine schusssichere Weste sowie ein Sturmgewehr. Ob er tatsächlich aufseiten Moskaus gegen Kyjiw kämpft, wie er selbst behauptet, oder das Ganze ein PR-Stunt ist, ist unklar. Doch selbst dem AfD-Landesverband Niedersachsen scheint Krieger zu radikal.Nachdem Krieger, der eigentlich Murad Dadaev heißt und aus Tschetschenien stammt, im März 2026 Videos aus seinem Heimatland postete, berichtete „Correctiv“, dass gegen den Influencer ein Parteiausschlussverfahren laufe.In den Beiträgen soll Krieger unter anderem ein Schießtraining mit einer Kalaschnikow absolviert, das Parlament in Grosny besucht und mit einem Wehrmachtsdolch posiert haben. Die Aufnahmen sollen ihn zudem mit Vertrauten des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow gezeigt haben. Ob das Verfahren gegen Krieger abgeschlossen wurde, ist unklar. In seinem Instagram-Profil bezeichnet er sich weiterhin als AfD-Mitglied.Die neuen Aufnahmen, die Krieger in Kampfmontur zeigen, sollen angeblich im besetzten Teil der ukrainischen Region Donezk entstanden sein – genauer in Awdijiwka und Bachmut, berichtet das unabhängige, englischsprachige Nachrichtenportal „OC Media“, das über den Kaukasus berichtet.„Ihr habt euch alle gewünscht, dass ich in den Krieg zieh“, sagt Krieger in einem seiner Videos in die Kamera. „Wir sind hier – angekommen.“ Ein anderes Video zeigt ihn in einem fahrenden Auto mit weiteren Bewaffneten – wie sie an zerstörten und stark beschädigten Wohnhäusern vorbeifahren. „Bald sind wir da“, fügt Krieger hinzu. Was er damit meint, lässt er offen.„Unsere falsche Politik im Land zerstört unsere deutschen Werte“, notierte Krieger unter seinem neuesten Video. „Es geht nicht darum, wer recht hat, sondern gegen westliche Politik, die die Welt zerstören will.“ Damit ist er auf einer Linie mit der Haltung der AfD-Parteiführung.Erst am Dienstag bezeichnete AfD-Co-Chef Tino Chrupalla den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius als „Kriegsminister“. Er habe große Sorge, dass Deutschland in den Konflikt mit Russland weiter hineingezogen werde. „Ich sehe keine Bemühung dieser Bundesregierung, diesen Krieg in der Ukraine endlich zu beenden, an dem wir uns mittlerweile ja nicht nur mit Geld beteiligen“, sagte er im RTL/ntv-Frühstart.Kürzlich reisten zudem mehrere AfD-Politiker um den Fraktionsvize Markus Frohnmaier zum Wirtschaftsforum nach Sankt Petersburg. Ob und wann Krieger nach Deutschland zurückkehren wird, ist derzeit unklar. Laut eigenen Angaben besitzt er neben dem russischen auch einen deutschen Pass. (dak mit Agenturen)