Rechenzentren und Klimaschutz: KI um jeden Preis

Die Bundesregierung will den Ausbau von Rechenzentren für KI-Modelle vorantreiben – und lockert dafür Umweltauflagen. Das ist klimapolitisch falsch.

Mehr Rechenzentren – zu jedem Preis

Christoph Hardt/Panama Pictures/picture alliance

D ie Bundesregierung möchte Deutschland zur „KI-Nation“ machen – und dafür in großem Stil Rechenzentren bauen. Bis 2030 sollen sich die KI-Rechenkapazitäten in Deutschland vervierfachen. Eine gigantische Aufgabe, bei der die ökologischen Folgen kaum eine Rolle spielen. Im Gegenteil: Wenn Klimaauflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen, dann ändert die Regierung einfach das Gesetz. Jetzt will die Bundesregierung Umweltauflagen für Rechenzentren lockern. So sollen Rechenzentren drei Jahre länger Zeit haben, um ihren Stromverbrauch bilanziell zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Und sie sollen nicht mehr verpflichtet sein, die Abwärme der Rechenzentren zu nutzen, außer vor Ort ist ein passendes Wärmenetz bereits vorhanden. In vielen ländlichen Regionen, in denen Rechenzentren aktuell verstärkt gebaut werden, sind aber keine Wärmenetze vorhanden. Die Wärme, die die Rechner produzieren, tritt dort also einfach aus und erhitzt vor Ort die Luft.