Es war ein trauriger Tag für die Füchse Berlin, als aus der Geschäftsstelle des Handball-Bundesliga-Vereins die Meisterschale gestohlen worden war. Im Sommer vorigen Jahres hatten die Handballer erstmals die Meisterschaft gewonnen, fünf Monate später verschwand die 2,9 Kilogramm schwere Trophäe aus 925er Sterling-Silber.Und als in der Wohnung des mutmaßlichen Diebes, der Mitte Januar dieses Jahres aufgrund von Videoaufnahmen festgenommen worden war, auch noch ein eingeschmolzener Silberbarren und ein Schmelzofen gefunden wurden, schien die Sache klar zu sein: Die Meisterschale ist ein für alle Mal verloren.Doch da irrten Spieler und Fans gewaltig, denn die Meisterschale tauchte wieder auf – im Keller der Geschäftsstelle. Dort hatte der Täter die Schale für einen späteren Abtransport versteckt.
Seit Montag muss sich der mutmaßliche Dieb aus Friedrichshain vor dem Landgericht Berlin wegen gewerbsmäßigen Diebstahls im besonders schweren Fall und gewerbsmäßigen Computerbetrugs verantworten: Oliver H. ist 42 Jahre alt, von einem Beruf ist nichts bekannt. Man kann ihn aber gut und gerne einen Meisterdieb nennen.
Denn das Vorstrafenregister des durchaus sympathisch wirkenden Mannes mit den schulterlangen schwarzen Haaren ist lang – es enthält bisher 22 Eintragungen. Seit 1998 musste er sich immer wieder wegen Diebstahls oder Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor Gericht verantworten, saß deswegen bereits fünf Jahre im Gefängnis, stand zweimal unter Führungsaufsicht.







