Die Sparpläne bei Porsche konkretisieren sich. Ursprünglich wollte der Mutterkonzern Volkswagen den Sportwagenhersteller auf einen Stellenabbau im mittleren vierstelligen Bereich verpflichten. Nach den in der vergangenen Woche geführten Verhandlungen mit dem Vorstand hat der Gesamtbetriebsrat von Porsche aber eine deutliche Reduzierung erreicht, wie die F.A.Z. aus Arbeitnehmerkreisen erfahren hat. Nun könnte die Zahl der Arbeitsplätze, die Porsche im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach streicht, bei weniger als 4000 liegen.In Zuffenhausen und Weissach arbeiten insgesamt rund 20.000 Menschen, in den vergangenen 20 Monaten hat Porsche schon 3900 Arbeitsplätze gestrichen, davon etwa 2000 befristete Stellen. Nach Informationen der F.A.Z. sind die Verhandlungen über das gesamte Zukunftskonzept nicht abgeschlossen. Die Gespräche zwischen Vorstand und Arbeitnehmern liefen fair, aber sie würden von beiden Seiten hart geführt, berichtet ein Teilnehmer.Zurück zur „Sportwagen-Schmiede“Bei dem Sportwagenhersteller geht es um eine grundlegende strategische Neuaufstellung. Porsche-Chef Michael Leiters hat das Bild einer „Sportwagen-Schmiede“ im Kopf und will vor allem die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Organisation in Entwicklung und Verwaltung reduzieren. Vor allem der Druck vonseiten des Mutterkonzerns Volkswagen sei enorm. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, korrigiert der im Februar 2025 neu eingesetzte Vertriebsvorstand Matthias Becker seine vor gut einem Jahr vorgestellte Organisationsstruktur: Er reduziert die Zahl der Vertriebsregionen von fünf auf vier. Damit geht einher, dass dort weniger Mitarbeiter beschäftigt werden.Die Porsche-Pläne sind Teil eines umfassenden Sparprogramms von VW. Das Unternehmen will zusätzlich zu den Ende 2024 beschlossenen Maßnahmen, zu denen auch die Streichung von 35.000 Stellen gehört, weitere 65.000 Arbeitsplätze rund um die Welt abbauen. Auf einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag steht auch die Diskussion über die Schließung deutscher Werke auf der Tagesordnung.Michael Leiters, Vorstandschef der Porsche AGLucas BäumlPorsche hat das Problem, dass weder das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, in dem die Sportwagen vom Band laufen, noch die in eine Tochtergesellschaft ausgegliederte SUV-Fabrik in Leipzig ansatzweise ausgelastet ist. Im ersten Quartal 2026 ging der Porsche-Absatz im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 15 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge zurück. In China verlor der Hersteller noch stärker. 7519 verkaufte Autos bedeuteten ein Minus von 21 Prozent. In der Volksrepublik plant Porsche nun langfristig mit Absatzzahlen von weniger als 40.000 Fahrzeugen.Das Unternehmen äußerte sich nicht zu dem Stellenabbau und verwies auf die noch laufenden Gespräche. Auch der Betriebsrat kommentierte die Pläne nicht.In Leipzig sollen die Verhandlungen über die Sparmaßnahmen in den nächsten Tagen beginnen. Dabei könnte sich auch entscheiden, ob Porsche die Herstellung des SUV-Modells Cayenne mit allen drei Antriebsvarianten vom slowakischen Bratislava nach Leipzig verlagert. Porsche-Chef Leiters will so die Auslastung des Werks in Sachsen langfristig absichern.Voraussetzung ist allerdings, dass die Arbeitnehmerseite sich auf eine spürbare Absenkung der Löhne einlässt, weil die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter liegen. Während es in Unternehmenskreisen in Stuttgart mit Verweis auf die VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch heißt, dass der Plan vorangetrieben werde, ist am Stammsitz von VW in Wolfsburg zu hören, dass eine solche Lösung unrealistisch sei.