Der Ärger über kaputte Rolltreppen auf Bahnhöfen erreicht eine neue Qualität. Jetzt hat ein Fahrgast aus Berlin Anlagen am Südkreuz, die seit langem nicht mehr funktionieren, im Internet inseriert. „Biete zwei defekte Rolltreppen zur Selbstabholung an. Stehen seit Monaten am Südkreuz und werden nicht repariert“, schreibt er bei Kleinanzeigen.de.

Die Fahrtreppen eignen sich „super fürs Eigenheim oder dergleichen“, heißt es in dem Inserat. Werden sie abgeholt, könne am Südkreuz zügig neue Technik eingebaut werden, hofft der Bahnhofsnutzer. Er hofft, dass auf sein Verschenkangebot rasch reagiert wird. „Wir wollen bis 2030 schließlich neue haben“, ist in dem Kleinanzeigenportal zu lesen.

Die Ironie lässt ahnen, dass es das Angebot in Wahrheit doch nicht gibt. Ernst gemeint ist die Anzeige im Internet aber schon, darauf besteht Simon Pichert. Er habe inseriert, um gegen den langen Stillstand zu protestieren. „Ich verstehe nicht, warum es so lange dauert, die Anlagen zu erneuern“, sagt der 20 Jahre alte Bauingenieur-Student.

Südkreuz: Warum dieser Bahnhof in Berlin so wichtig ist?

Simon Pichert wohnt in Neukölln. Er ist häufig mit der S-Bahn auf dem Ring unterwegs, um am Südkreuz um- oder auszusteigen. Ausgerechnet die langen Rolltreppen, die den S-Bahnsteig mit dem Hauptzugang am Hildegard-Knef-Platz verbinden, sind außer Betrieb. Wer vom Bus kommt und in die S-Bahn umsteigen will, müsse eine „elend lange“ Steintreppe bewältigen. Oder auf einen Aufzug warten.