Er ahnte offenbar, dass ihn die australische Komikerin Nikki Osborne im Podcast Bush Deep vorführen wollte. Jedenfalls wich der australische Premierminister Anthony Albanese ihrer Frage zunächst aus. Und tappte dann doch plump in die Falle, die ihm gestellt wurde und für die er sich am Montag bei der Sängerin Kylie Minogue „unmissverständlich“ entschuldigte. Osborne hatte ihm zunächst die Namen von drei berühmten Australierinnen genannt: Kylie Minogue, Schauspielerin Nicole Kidman und Unterhaltungskünstlerin Rhonda Burchmore. Dann fragte sie den Dreiundsechzigjährigen, welche von ihnen er lieber vögeln, heiraten oder für eine Beziehung treffen würde („shag, marry or date“). Daraufhin antwortete der Politiker: „Oh, Kylie, ganz klar.“Daraufhin brach ein Sturm der Entrüstung los. Die Parlamentsabgeordnete Zali Steggall etwa bezeichnete die Äußerungen als „völlig unangemessen“ und fügte hinzu, dass der Premierminister lernen müsse, sich gegen solche Fragen zu wehren und mit gutem Beispiel voranzugehen, indem er sie als sexistisch bezeichne und eine Antwort ablehne. Die Politikerin Sarah Henderson schrieb auf der Plattform X, Albaneses Antwort sei „respektlos gegenüber Frauen, peinlich für Australier und herabwürdigend für das Amt des Premierministers“.Nikki Osborne gibt sich als „völlig unangemessene Journalistin“Albanese hätte wissen müssen, worauf er sich bei dem Interview einlässt, das in der Residenz des Premierministers in Canberra stattfand und Ende vergangener Woche veröffentlicht wurde. Nikki Osborne ist bekannt für ihre groben Scherze und Filme, die sie etwa auf Youtube postet. Als sie Anfang des Jahres ihre Podcastreihe startete, kündigte sie zudem an, dass sie darin „eine völlig unangemessene Journalistin“ sein werde, die „Fragen stellt, die sich sonst niemand traut zu stellen“.Albanese, der in zweiter Ehe mit Jodie Haydon verheiratet ist, hatte zunächst auf seine Frau verwiesen, um Osbornes Frage auszuweichen. Er habe ja gerade erst im November geheiratet. Daraufhin drängte die Komikerin aber auf eine Antwort, die der Politiker ihr mit Verweis auf Sängerin Minogue gab. Osborne hakte dann noch nach: „Sie würden Kylie heiraten, vögeln und mit ihr eine Beziehung eingehen?“ Alles davon, antwortete Albanese. „Sie ist großartig.“In dem Podcast fragte Osborne ihn auch, was das schlimmste Geschenk gewesen sei, das er auf einer Auslandsreise bekommen habe. Er antwortete, ein „seltsames“, aber letztlich „ziemlich gutes“ Geschenk habe er von der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi bekommen: zwei Melonen. „Sie kam einfach herein und sah aus wie Pamela Anderson?“, fragte Osborne nach, während Albanese lächelte und mit den Händen die Melonen vor seiner Brust andeutete.