Rund 300 scharfe Schusswaffen und 100.000 Schuss Munition fanden Ermittler vergangenes Jahr im Keller einer Remscheider Werkstatt. Der Prozess um das Waffenarsenal und illegalen Handel mit Kriegswaffen hat nun mit einem Geständnis begonnen.»Mein Mandant räumt die Vorwürfe ein. Die Anklage ist insoweit zutreffend«, sagte der Verteidiger eines 35-Jährigen beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht. Die Staatsanwaltschaft hat drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft. Der Verteidiger des 38-Jährigen sagte, sein Mandant sei »grundsätzlich aussagebereit«. Unklar ist bislang, ob sich auch der 60-jährige Hauptangeklagte äußern wird.

Geheimtüren, versteckte Räume, verborgene Schließmechanismen, Munition im Hohlraum eines Türrahmens: Der Fund des geheimen Waffenarsenals hinter einer Art privatem Waffenmuseum hatte im Oktober vergangenen Jahres bundesweit für Furore gesorgt. Tagelang stießen 200 Einsatzkräfte in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt auf immer neue Überraschungen. Nach und nach förderten sie ein enormes Waffenarsenal ans Licht. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.Bei den Durchsuchungen in Remscheid hatten Polizisten rund 300 scharfe Schusswaffen – davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, darunter Präzisionsgewehre, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten – sowie fast 100.000 Schuss Munition sichergestellt.Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte unmittelbar vor Beginn des Prozesses, die Ermittler hätten einen Zeugen in Polen gefunden, der den umfangreichen Handel auch mit Kriegswaffen bestätigt habe. Verdeckte Ermittler waren dem Trio auf die Spur gekommen, als sie über einen Mittelsmann einen illegalen Waffenkauf einfädeln konnten.