Paris. Jordan Bardella ist 30 Jahre alt, offiziell nicht einmal Präsidentschaftskandidat – und schon der Mann, auf den die französische Rechte ihre größten Hoffnungen setzt. In Umfragen erzielt der Parteichef des Rassemblement National (RN) Rekordwerte.Ob er 2027 tatsächlich ins Rennen geht, entscheidet sich vor Gericht: Am 7. Juli fällt das Urteil darüber, ob Marine Le Pen, bis 2021 Vorsitzende und lange Galionsfigur des RN, noch einmal kandidieren darf. Vor Gericht geht es um die Zweckentfremdung von EU‑Geldern.Sollte Le Pen ausfallen, rückt Bardella nach. Und der Ersatzmann ist längst mehr als nur eine Reserve. In Umfragen werden ihm inzwischen bessere Chancen eingeräumt als seiner politischen Ziehmutter. Mehr als zwei Drittel der eigenen Anhänger halten ihn für den besseren Kandidaten. Warum ist er so beliebt? Was würde ein Präsident Bardella für Deutschland bedeuten? Und wie stehen seine Chancen?Eher Popstar als PolitikerJordan Bardella mag keine Kalkflecken in der Dusche. Zur besten Sendezeit sitzt der Chef des Rassemblement National in einem Fernsehstudio und erklärt, wie „fundamental“ ein Duschabzieher sei. Sein Social-Media-Team teilt diese kurze Szene mit seinen 2,3 Millionen Followern bei Tiktok – und am nächsten Tag wird in Frankreich darüber gesprochen, ob Bardella einen Putzfimmel hat.