Die Frankfurter Allgemeine Zeitung geht mit einer Produkt- und Personaloffensive im digitalen Geschäft, einem erfreulichen Jahresabschluss für das vergangene Jahr und einer verjüngten Führung in die Zukunft. Die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells belegt der Abschluss für das Jahr 2025: Bei im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent höheren Erlösen von 217,4 Millionen Euro ergibt sich ein sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber den Erwartungen deutlich höheres Betriebsergebnis im Kerngeschäft.Gewinn vor Steuern legt deutlich zuIn einem für den Werbemarkt schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld legten die Vertriebserlöse zu, gleichzeitig ließ eine strenge, aber auch notwendige Disziplin die Kosten leicht sinken. Der Gewinn vor Steuern stieg vor diesem Hintergrund deutlich von 21 auf 37,5 Millionen Euro. Neben dem Zuwachs des Betriebsergebnisses trugen hierzu ein höheres Ergebnis im Beteiligungsgeschäft, ein positiver Zinsänderungseffekt auf die Pensionsverbindlichkeiten sowie der Gewinn aus dem Verkauf eines Grundstücks bei. Die Eigenkapitalquote stieg auf 50,1 Prozent an, das Unternehmen nimmt unverändert keine Bankkredite in Anspruch. Auch das laufende Geschäftsjahr hat erfolgreich begonnen. Per Ende Mai 2026 übertrafen das Betriebsergebnis und das Ergebnis vor Steuern ihre Vorjahresstände, obgleich das digitale Werbegeschäft einen spürbaren Rückgang verzeichnete.Im Kerngeschäft legte die Gesamtauflage mit Stichtag Ende Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 511.500 Exemplare zu. Der branchenübliche Rückgang der Printauflagen und eine Stagnation in der Auflage der E-Paper von Tages- und Sonntagszeitung wurde vom abermals deutlichen Auflagenzuwachs des Streamingprodukts FAZ+ mehr als ausgeglichen. Von der Gesamtauflage entfielen 318.200 Exemplare auf die digitalen Ausgaben der Zeitungen und das Streamingprodukt FAZ+, das Zugang zu allen Artikeln auf der Homepage FAZ.NET bietet. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Verkäufe von FAZ+ um 8,4 Prozent auf 177.600 gestiegen.F.A.Z.+ Premium kommt gut anAls sehr erfolgreich erweist sich zudem die Einführung des Produkts FAZ+ Premium, dessen Auflage und Erlöse die Erwartungen schon nach wenigen Monaten deutlich übertreffen. FAZ+ Premium enthält zusätzlich zum Standardprodukt FAZ+ die Inhalte von vier Premium-Newslettern zu den Gebieten Finanzen, Digitalwirtschaft, Weltwirtschaft und Recht („Einspruch“) sowie zu weiteren ausgewählten Premium-Artikeln auf der Homepage. Das Abonnement gestattet zudem das Lesen ohne Werbung auf der Homepage und in den Apps und umfasst vier Benutzerkonten, zum Beispiel zur Nutzung innerhalb von Familien.Die F.A.Z. wird weiterhin alles dafür tun, ihren Lesern auch gedruckte Zeitungen anzubieten. Da sie jedoch keine eigenen Druckereien betreibt und ihre Zeitungen überwiegend durch regionale und lokale Partner vertrieben werden, hat sie auf die Zustellung keinen unmittelbaren Einfluss. Wegen der seit vielen Jahren rückläufigen Auflagen der Zeitungen und der Schließung von Druckereien sieht sich der Vertrieb vor erheblichen Herausforderungen. Daher bleibt die F.A.Z. bestrebt, den Lesern ihrer gedruckten Zeitungen digitale Produkte als Alternative näherzubringen.Mitte Mai 2026 hat die F.A.Z. ihr digitales Angebot mit dem Themenschwerpunkt „Besser leben“ erweitert. Dort finden bisher über verschiedene Ressorts verteilte Inhalte aus Gesundheit, Psychologie, Liebe, Fitness, Essen, Familie und Stil einen festen Platz. Zusätzliche Texte, eine exklusive Expertise und vertiefende Ratgeber erweitern das Angebot. Darüber hinaus hat die F.A.Z mit der Produktion aufwendig recherchierter, in einer überschaubaren Anzahl von Folgen abgeschlossener serieller Podcasts begonnen. Nach einem erfolgreichen Auftakt mit „Schaut auf diese Stadt – Eine Erkundung aus Prenzlau“ findet derzeit „Die VW-Story“ große Aufmerksamkeit unter den Hörern.Die F.A.Z. hat zur weiteren Stärkung ihrer digitalen Angebote den Aufbau von rund 30 Stellen beschlossen. Dieses Investitionsprogramm dient vor allem der Entwicklung in den Bereichen Video und Podcasts und einer stärkeren Präsenz in den sozialen Medien. Gerade in der aktuellen, für Medien wirtschaftlich schwierigen Zeit setzt die F.A.Z. damit antizyklisch ein Signal der Stärke. Dies geschieht auch aus der Überzeugung, dass die politische und gesellschaftliche Entwicklung starke und unabhängige Medien benötigt, die Qualitätsjournalismus mit analytischer Tiefe und verlässlicher Einordnung anbieten.Die noch stärkere Ausrichtung der F.A.Z. auf die digitale Medienwelt wird von einer Verjüngung ihrer Führung begleitet. Mit Ablauf der Gesellschafterversammlung am vergangenen Freitag hat Andreas Barner den Aufsichtsrat der F.A.Z. GmbH verlassen. Barner gehörte dem Aufsichtsrat seit dem Jahr 2016 an, seit 2019 war er sein Vorsitzender. Zur neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats wählte die Gesellschafterversammlung die bisherige stellvertretende Vorsitzende Marika Lulay, die dem Gremium seit 2024 angehört. Die Informatikerin leitete lange Jahre GFT Technologies, ein internationales, börsennotiertes Digitalunternehmen mit Sitz in Deutschland. Den Aufsichtsrat verlassen hat auch Julia Becker. Barner bleibt stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der FAZIT-Stiftung, der Mehrheitseigentümerin der F.A.Z. Ulrich Wilhelm, der Vorsitzende des Kuratoriums, würdigte das herausragende Engagement und die große Umsicht Barners in der Leitung des Aufsichtsrats.Johannes Boege wird Vorsitzender der GeschäftsführungZu Wochenbeginn hat zudem Thomas Lindner den Vorsitz der Geschäftsführung der F.A.Z. niedergelegt. Lindner hatte die Position seit dem Jahr 2014 inne. Als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wird zum 1. Januar 2027 Johannes Boege in das Unternehmen eintreten. Boege ist seit 2019 Mitglied der Geschäftsleitung der Neuen Zürcher Zeitung und deren stellvertretender CEO. Er verantwortet dort das Kerngeschäft sowie die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens in der Schweiz und im deutschen Markt. Volker Breid, der der Geschäftsführung seit 2018 angehört, bleibt Geschäftsführer der F.A.Z., sichert die Kontinuität und führt die Geschäfte übergangsweise allein weiter. „Herr Lindner hat gemeinsam mit Herrn Breid die F.A.Z. auf finanziell solide Füße gestellt“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Marika Lulay. „Ich danke ihm dafür, denn das ist die Grundlage, um unsere Strategie des digitalen Ausbaus umzusetzen mit dem Ziel, auch weiterhin finanziell unabhängig und das führende Medium für Qualitätsjournalismus in Deutschland zu sein.“Im Frühjahr hatte die F.A.Z. für Ende September den Eintritt Gerald Braunbergers in den Ruhestand angekündigt. Braunbergers Verantwortung im Herausgebergremium für Wirtschaft und Sport wird Carsten Knop übernehmen, der für die Rhein-Main-Zeitung und die Online-Redaktion zuständig bleibt. Am 1. Januar 2026 tritt Helene Bubrowski in das Herausgebergremium ein. Sie wird zusammen mit Berthold Kohler die Politische Redaktion führen, die damit wieder wie bis 2014 eine Doppelspitze bekommt, und sich mit Knop die Leitung der Online-Redaktion teilen. Braunberger bleibt auch nach seinem Ausscheiden Autor für die Wirtschaftsredaktion.
Die F.A.Z. investiert in ihre Zukunft
Ein Stellenaufbau und neue Produkte sollen das Digitalgeschäft vorantreiben. Das Geschäftsjahr 2025 hat über den Erwartungen abgeschlossen. Veränderungen in den Leitungsgremien begleiten den Wandel.







