Anfangs sah es nach einer knappen Entscheidung aus. Als gegen 20.17 Uhr jedoch sämtliche Briefwahlstimmen ausgezählt waren, war das Ergebnis eindeutig: Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Hallbergmoos steht hinter der Ansiedlung des Software- und Rüstungsunternehmens Helsing auf der „Senderwiese“. 59 Prozent votierten für das Projekt, 41 Prozent sprachen sich dagegen aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,8 Prozent, das Quorum ist erfüllt. Das Ergebnis war mit Spannung erwartet worden, weil sich die „Bürgerinitiative Senderwiese“ gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte.Bürgermeister Benjamin Henn zeigte sich erleichtert über das Abstimmungsergebnis. Zudem freute er sich über die hohe Beteiligung an dem Bürgerentscheid. „Das war wichtig für Hallbergmoos“, sagte er in einem ersten Statement. Stolz könne aber auch die Bürgerinitiative sein. Sie habe das Wahlergebnis bereits anerkannt.Helsing will auf einer etwa 35 Hektar großen Fläche der „Senderwiese“ einen Technologie-Campus mit Fertigung, Forschung und Entwicklung errichten. Anfang März 2026 erhielt Helsing nach Mitteilung des bayerischen Wirtschaftsministeriums einen Großauftrag der Bundeswehr zur Produktion von Drohnentechnologie für die „Brigade Litauen“.Den Bürgerentscheid brachte der Gemeinderat selbst auf den Weg. Vor gut drei Monaten hatte sich das Gremium mit 16 zu sechs Stimmen für das Helsing-Projekt auf der insgesamt 78 Hektar großen „Senderwiese“ am Ortsrand von Hallbergmoos ausgesprochen. Drei Wochen später stimmte der Gemeinderat dafür, ein Ratsbegehren einzuleiten, um die Bürgerschaft über das umstrittene Vorhaben entscheiden zu lassen, da es erheblichen Widerspruch gab.Die Bürgerinitiative möchte die Wiese aus Gründen des Natur- und Artenschutzes als Freifläche erhalten. Außerdem äußerten die Gründer der BI um Heidi Miller-Mommerskamp Bedenken, Hallbergmoos könnte im Kriegsfall zu einem Angriffsziel werden, wenn dort Drohnen produziert würden. Sie hatte aber schon vor dem Bürgerentscheid betont, wichtig sei ihr vor allem die Möglichkeit, dass die Bürgerinnen und Bürger abstimmen könnten und auch sie freute sich über das große Interesse am Bürgerentscheid.Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger folgte der Argumentation der Gemeinde. Bürgermeister Benjamin Henn befürwortet den Technologie-Campus, da sich die sicherheitspolitische Lage in Europa verändert habe. Die Gemeinde verwies im Vorfeld zudem auf ihre angespannte Haushaltslage und erhofft sich weitere Gewerbesteuereinnahmen. Zudem sollen laut Helsing etwa 300 Arbeitsplätze entstehen.