Ein Insolvenzclown versüßt künftigen Arbeitslosen auf sagenhaft lustige Art die letzten Stunden im Betrieb.
Wenn die Arbeit Freude macht: Insolvenzclown
Wenn Daniel Werth die rote Nase aufsetzt, weiß er nie, was ihn erwartet. Werden es Tränen sein? Oder Lacher? Meistens ist es beides, denn der Hamburger ist Deutschlands erster Insolvenzclown. Seit zwei Jahren geht er bei Pleiten, Entlassungen und Betriebsstilllegungen unter seinem Künstlernamen „Danny Dilemma“ in die Unternehmen, um die Betroffenen zu trösten, aufzumuntern und von ihren Ängsten abzulenken.
„Irgendwer muss sie in ihrem Schock abholen“, sagt Werth und balanciert, dabei fünf Brötchen jonglierend, auf einem Einrad durch die Kantine eines ehemaligen Hidden Champions, der vor zwei Tagen insolvent ging. „Hey Leute, wenn euch die Zukunft zu unsicher ist, einfach mal das Gleichgewicht verlieren“, ruft er und legt einen so witzigen Sturz hin, dass alle lachen müssen.
Bevor Daniel Werth Clown wurde, arbeitete der gelernte Reifenflicker bei einem Zulieferer für Kfz-Fußmatten. 2023 verlor er – „weil zu witzig“, so der 45-Jährige gespielt grimmig – seine Arbeit. 127 Bewerbungen später vermittelte ihm das Jobcenter eine Umschulung zum Kaufhausclown.






