Acht Tage lang wartete Hernán Gil nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela auf seine Rettung: Am 2. Juli konnte er aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes befreit werden.Die Nachricht der spektakulären Rettung ging um die Welt – jetzt hat sich der 43-Jährige aus dem Krankenhaus zu Wort gemeldet. »Ich wurde wiedergeboren«, sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Der Wachmann war bei den Erdbeben am 24. Juni in dem besonders schwer betroffenen Ort Catia La Mar unter einem eingestürzten mehrstöckigen Gebäude begraben worden.Als das Haus zusammenbrach, seien Steine auf seinen Kopf niedergegangen, berichtete Gil. »Ich verlor für einen Moment das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war alles dunkel, von da an war alles ungewiss.«

Rettungskräfte vor dem Gebäude, in dem Gil unter Trümmern gefunden wurde

Der Eingeschlossene konnte demnach nichts sehen und niemanden hören. Er habe vergeblich um Hilfe gerufen. »Und in dem Moment überkam mich die Verzweiflung«, sagte er. Es sei dunkel gewesen, und er habe sich praktisch nicht bewegen können. In der aussichtslosen Situation habe er viel gebetet: »Mein Gott, warum ich? Warum so? Bitte, lass mich wenigstens meine Kinder sehen.«

Gil verlor das Zeitgefühl, am dritten Tag habe er Schritte gehört, »allerdings sehr weit entfernt«, wie er berichtete. Er begann, um Hilfe zu rufen, und bekam schließlich eine Antwort. In diesem Moment habe er gedacht: »Da ist ein Funken Hoffnung.« Dann begann eine dramatische Rettungsaktion, an der Einsatzkräfte aus sieben Ländern beteiligt waren.Zwei Retter aus Chile und den USA erreichten ihn nach einem mehr als dreitägigen Einsatz. »Das Schwierigste war, da wieder herauszukommen«, erinnerte sich Gil, dessen Beine sich in einem Stuhl verfangen hatten.