Auf dem Weg nach Schloss Neuenhagen fährt man – am besten mit dem Oldtimer-Cabrio – durch abgelegene Orte, von denen in Berlin noch nie jemand gehört hat: Blumberg, Tiefensee, Höhenland. Das zu verpassen, gereicht den Hauptstädtern nicht zum Vorteil, denn: „Das ist die Toskana von Brandenburg“, sagt Andreas Unterberger, der Hausherr, während er an einem sonnigen Tag Ende Mai über die weiten Felder blickt. Für ihn, einen gebürtigen Schweden und aufgewachsen in Österreich, ist dieses tägliche Urlaubsgefühl der Lohn für ein Projekt, wofür ihn viele als verrückt bezeichnet haben dürften.
Gemeinsam mit seiner im letzten Jahr verstorbenen Frau kaufte er 2011 ein heruntergekommenes Schloss, um ihm ein zweites Leben einzuhauchen. Als die beiden das Anwesen zum ersten Mal besichtigten, befand es sich in einem „absoluten Ruinenzustand“. Unter zwei Lagen Linoleum schwappten Wasserlachen, der Unterbau war weggefault. Der Geruch in den seit Jahren leerstehenden Räumen sei unbeschreiblich gewesen.
Trotz der abschreckenden Kulisse – bei der Besichtigung waren 20 Mitglieder eines örtlichen Vereins und ein Makler anwesend – spürte Unterbergers Frau sofort eine Verbindung. „Weißt du was, Schatz? Ich fühle mich hier irgendwie wie zu Hause“, sagte sie auf der maroden Treppe stehend, wie der Schlossherr berichtet. Unterberger ist heute überzeugt: „Die Häuser suchen sich ihre Besitzer.“






