Ein Kollege sprach neulich aus, was wir schon vermutet hatten. „Haare sind ein ganz sensibles Thema in einer Partnerschaft.“ Wenn, berichtet er offenbar aus Erfahrung, eine Frau vom Friseur kommt und der Pony auch nur einen Millimeter kürzer ist, sei man als Mann gut beraten, das unverzüglich zu würdigen. „Umgekehrt könnte ich mir die Haare blond färben, und sie merkt es nicht. Und wenn ich es anspreche, sagt sie: Echt? Waren die nicht schon immer so?“Auf eine Idee, wie man solche emotional heiklen Situationen umgehen kann, bringt uns jetzt die Lektüre des „Goldenen Blatts“, das eine Reihe von Prominenten ausfindig gemacht hat, die „mit nur einer Frisur durchs Leben“ gehen: Katja Ebstein, Hansi Hinterseer, Prinzessin Anne, Mireille Mathieu. Und Prinzessin Beatrix der Niederlande. Dass deren seit 60 Jahren festgemeißelte „Betonfrisur“ ein Ausdruck der Liebe zu ihrem Mann sein soll, finden wir nach kurzem Nachdenken schlüssig.
Denn der Zusammenhang drängt sich auf: Typische Prominente wechseln ihre Frisur überproportional häufig. Und ihre Partner. Wenn da mal keine Korrelation besteht. Womit wir beim Statistikteil sind: Die demoskopische Fachzeitschrift „Die Aktuelle“ hat repräsentativ erheben lassen, wer „Lieblingsschlagersänger/in“ der Deutschen ist. Schockierend: Nur ein Prozent der Befragten nannte Florian Silbereisen. „Das Ergebnis hätte für Flori, 44, nicht deprimierender ausfallen können!“ Was die Aussagekraft der Umfrage, aber auch den Stellenwert deutschsprachiger Populärkultur relativiert: 62 Prozent antworteten „Weiß nicht“.Hinter Stefan Raab und Dieter BohlenMeinungsstärker waren die Reaktionen auf die Frage, welcher Showstar am unsympathischsten ist. In dieser Kategorie landete Silbereisen knapp hinter den notorischen Antipathieträgern Stefan Raab und Dieter Bohlen. Wir sind zuversichtlich, dass sich der allzeit gut gelaunte Flori („Ich freu mich rrrriesig!“) davon nicht erschüttern lässt. Schlechte Beliebtheitswerte hat auch der Kanzler – und der singt nicht mal.Darüber, wie Assoziationsketten funktionieren, lässt uns Evelyn Burdecki nachdenken. Laut „Goldenem Blatt“ musste die Reality-TV-Darstellerin auf einer lustigen Karussellfahrt „an ihren großen Kinderwunsch denken“. Weil einem sowohl auf dem Karussell als auch in der Schwangerschaft übel wird? Jedenfalls wolle sie „am liebsten schon morgen ein Kind bekommen“. Dürfte knapp werden, zumal es noch keinen Partner für das Vorhaben gibt.Wobei praktische Einwände in der babyvernarrten Klatschpresse nicht viel zählen. So verbreitet das „Goldene Blatt“ über Guillaume und Stéphanie von Luxemburg das Gerücht von einem „Baby-Wunder“. Auch das Geschlecht des angeblichen Babys kennt das Blatt: Nach zwei Jungs werde es wohl ein „Töchterchen“, was die Redaktion zwingend logisch daraus herleitet, dass auch Sofia von Schweden nach drei Jungs ein „Prinzesschen“ bekommen hat.Nicht auszudenken: Ein Bäuchlein bei SwiftZiemlich eindeutig ist die Indizienlage hingegen bei Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway. Die „präsentiert ihre wachsende Babykugel überglücklich in knallrotem Look“, berichtet „Bild“. Da Hathaway bereits zwei Söhne hat, wird es nach pränataldiagnostischer Wahrscheinlichkeitsrechnung ganz sicher ein Töchterchen.Ob es am Wochenende auch im Madison Square Graden Konfetti regnen wird? Travis Kelce und Taylor Swift nach einem NFL-Spiel im Januar 2025. Foto: Ashley Landis/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++dpaAber Talk of the Town ist natürlich die Vermählung von Sängerin Taylor Swift und Footballstar Travis Kelce. „Bild“ schwärmte schon vorab von der „Märchenhochzeit“ im Madison Square Garden, „Gala“ berichtete von „Schweißperlen bei der Tischordnung“, wo unsereins doch denkt, in einem Sportstadion sollte für jeden genug Platz und vor allem Abstand sein. Sicher ist: Nach den Gerüchten um die Trauung kommen die um die Schwangerschaft. Nicht auszudenken, zu welcher Form die Klatschpostillen auflaufen, wenn sie unter Swifts Bühnenkostüm ein Bäuchlein ausmachen sollten.Zahlenmystik in Springers MuckibudeApropos Bauch: Sixpack war gestern, erfahren wir aus der „Bild“, der neue Mucki-Trend heißt „11-Line-Abs“. Laut dem Blatt besteht die „typische 11-Form“ aus „optisch drei vertikalen Linien“. Wenn Sie jetzt interessiert an sich hinunterschauen, aber die närrische Elf nicht entdecken können, seien Sie beruhigt: Auch auf den pilatesgestählten Bäuchen der Models Emily Ratajkowski und Rosie Huntington-Whiteley, die „Bild“ zur Illustration anführt, erkennen wir keine Elf. Und überhaupt: Seit wann besteht eine Elf aus drei vertikalen Linien? Hat man sich in Springers Muckibude verzählt?Auch andere Beauty-Trends stellen uns vor Rätsel. So erklärt uns die „Bunte“, dass man die Haut der Hollywoodstars, die von Hightech wie Microneedling und regenerativen Skin-Boostern getrimmt wird, „Hermès-Skin“ nennt. Eine Haut wie eine Ledertasche? Da bleiben wir lieber bei Nivea.So ähnlich sieht es auch Baywatch-Adonis Zac Efron. „Man sollte immer rational denken“, rät er in der „Bunten“. „Der Körper, den ich mir hart antrainiert habe, war völlig unrealistisch und nicht von Dauer.“ Ja, die Vergänglichkeit. Verschwenden Sie lieber keine Zeit mit der Suche nach der Elf und derartig Ephemerem, sondern setzen Sie auf bleibende Werte. Zum Beispiel auf eine Betonfrisur à la Beatrix. Die hält, einmal gegossen, ein Leben lang.






