Eine niederländische Dorfgemeinschaft versteckte im Zweiten Weltkrieg Hunderte Jüdinnen und Juden. Ihr Kopf führte Tagebuch – doch ist bis heute kaum bekannt.
M anchmal hatte er einfach genug. Genug von der Rumfahrerei auf dem Rad von Hof zu Hof, dem Betteln um Verstecke, den Diskussionen mit seinen zaudernden Landsleuten, ob, wie lange und wo sie jüdische Menschen unterbringen könnten. Dann machte Arnold Douwes seinem Ärger Luft, mit besonders wütenden Tagebucheinträgen.
21. November 1943
Wir hören alle möglichen Ausreden, die in der Regel keinen Sinn machen: Kein Platz, kein Versteck, geschwätzige Kinder oder Haushilfen, die Hausfrau hat Angst, zu nah an der Straße, zu weit weg von der Straße, keine Kinder im Haus, zu viele Kinder im Haus. All diese Ausreden meinen nur eines: Ich will nicht helfen, ich bin zu egoistisch, ich will meinen Besitz, mein Eigentum, meine Freiheit nicht opfern, um jemandem zu helfen.*
Die Mehrheit der Niederländer dächten nur an sich selbst und seien feige, so Douwes.







