Für seinen Verein hatte er ein ähnliches Tor in der Conference League gegen Racing Straßburg geschossen. Für seine Nationalmannschaft gelang es ihm soeben gegen Brasilien: Ball erobert, Turbo gezündet, aus der Distanz abgeschlossen. Kaishū Sano, der Mittelfeldspieler des FSV Mainz 05, hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die japanische Mannschaft kurz davor war, im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft für eine Sensation zu sorgen und den fünfmaligen Titelträger auszuschalten.Dieser Traum platzte zwar in der Nachspielzeit, Sano selbst aber hob in diesem Spiel seinen Marktwert auf das nächste Level. Vor der WM taxierte das Portal „transfermarkt.de“ ihn bei 40 Millionen Euro, inzwischen dürfte er weit darüber liegen. Wo genau, „ist heute noch zweitrangig für uns“, sagt Niko Bungert, der Mainzer Sportdirektor. „Zunächst einmal haben wir uns brutal für den Jungen gefreut, den wir alle ins Herz geschlossen haben.“Bevor er mit dem 25-Jährigen über dessen sportliche Zukunft reden werde, solle er seinen Urlaub genießen. Der Plan sieht vor, dass Sano zum Trainingslager im österreichischen Hopfgarten am 27. Juli wieder in den Übungsbetrieb einsteigt. Wie lange er daran teilnehmen wird – und ob überhaupt –, steht auf einem anderen Blatt. Dass er tatsächlich eine dritte Saison das 05-Trikot tragen wird, wäre eine Überraschung.Es erscheint ja schon seltsam genug, dass den Rheinhessen bis zum Ende der vorigen Spielzeit noch keine entsprechenden Anfragen vorgelegen haben sollen, wie Sportvorstand Christian Heidel versicherte. Nicht mal aus der Bundesliga, in der sich Sano zu einem herausragenden Sechser aufgeschwungen hat. „Einen so außergewöhnlichen Fußballer hatten wir noch nie“, sagt Heidel, der seinerzeit auf Sano zufällig aufmerksam geworden war, als er einen anderen Spieler aus der J-League beobachtete.Sano ist Mainz’ unermüdlicher KünstlerDie Antwort auf die Frage, was Sano für seine Mannschaften so wertvoll macht, egal ob er wie in seinen ersten anderthalb Mainzer Jahren und in der Nationalelf auf der Doppelsechs agiert oder wie unter Trainer Urs Fischer die Defensivzentrale allein besetzt, lautet: alles.In seiner Zweikampfführung ist er so unerbittlich wie geschickt, in 68 Bundesligaspielen handelte er sich lediglich vier Gelbe Karten ein. Sanos Ballbehandlung und sein beidfüßiges Passspiel beeindrucken, sein Umschaltverhalten nach Balleroberungen ebenfalls. Obendrein ist er unermüdlich. Seit er in Mainz angeheuert hat, stand er in allen Bundesligapartien in der Anfangself, lediglich dreimal wurde er spät bis sehr spät ausgewechselt. Und er rennt, solange ein Spiel dauert. Rund 401 Kilometer legte er in der vorigen Saison zurück, einzig der Freiburger Maximilian Eggestein und der Hoffenheimer Vladimir Coufal waren mehr unterwegs.
Fußball-WM 2026: Ist Kaishu Sano für Mainz 05 noch zu halten?
Mit einem Tor auf der Weltbühne steigert Kaishū Sano seinen Marktwert noch einmal deutlich. Mainz 05 rechnet nun mit großem Interesse, vor allem aus England. Wird der Japaner zum teuersten Spielerverkauf der Vereinsgeschichte?







