Nach 266 Tagen in Haft hat China Ezra Jin freigelassen, den Pastor von einer der größten Untergrundkirchen in der Volksrepublik, der Zionskirche. Zum amerikanischen Unabhängigkeitstag landete Jin am Samstag in Los Angeles, wo auch seine Familie lebt. Der Pastor hatte sie wegen einer Ausreisesperre mehrere Jahre lang nicht mehr gesehen.„Wir danken Gott für dieses unglaubliche Wunder. Wir danken auch Präsident Trump und seiner Regierung für ihre herausragende Führungsrolle“, teilte die Tochter des freigelassenen Pastors, Grace Jin Drexel, der F.A.Z. mit. „Wir wissen, dass dies ohne das direkte Eingreifen von Präsident Xi Jinping nicht möglich gewesen wäre.“ Donald Trump hatte den Fall des evangelikalen Pastors bei seinem Peking-Besuch im Mai gegenüber Chinas Staats- und Parteichef Xi angesprochen. Anschließend sagte Trump, Xi würde die Freilassung Jins „ernsthaft erwägen“. Jins Tochter Grace hatte zum Fall ihres Vaters im November vor dem Kongress ausgesagt. Sie ist mit einem gut vernetzten Republikaner verheiratet.Ezra Jin Mingri war vergangenen Oktober in seinem Wohnhaus in der südchinesischen Stadt Beihai verhaftet worden, wo er lebte, weil er seit 2018 keine Gottesdienste mehr in Peking halten durfte. In den vergangenen Monaten wurden in China Dutzende weitere Pastoren und Angehörige von Untergrundkirchen verhaftet. Mehrere Funktionäre auch aus der Zionskirche sitzen weiterhin im Gefängnis.Viele Millionen Christen in ChinaIn China gehören der Protestantismus und der Katholizismus neben dem Islam, Buddhismus und dem Taoismus zwar zu den fünf offiziell anerkannten Glaubensrichtungen der Volksrepublik. Doch werden nur behördlich genehmigte Gottesdienste akzeptiert, die im Rahmen einer „Patriotischen Vereinigung“ christlicher Gemeinden praktizieren. Im Privatbereich toleriert der Staat die Ausübung des Glaubens, solange eine bestimmte Größe von Gebetsgruppen nicht überschritten wird. Dass viele Gottesdienste mittlerweile online übertragen werden, ist eine neue Herausforderung für den Machtapparat. So war Jin auch wegen der „illegalen Nutzung von Informationsnetzwerken“ im Zusammenhang mit dem Online-Angebot der Zionskirche verhaftet worden.Die Angehörigen der chinesischen Untergrundkirchen werden auf viele Millionen geschätzt. Die Rolle der Kirchen in Osteuropa beim Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen am Ende des Kalten Krieges ist für Pekings Machtapparat ein abschreckendes Beispiel.Im Juni erst hatten Spezialeinsatzkräfte der chinesischen Polizei einen Gottesdienst der Early Rain Covenant Church in der südwestchinesischen Stadt Jiangyou gestürmt und zwei Pastoren festgenommen. Der bekannte Gründungspastor der Gemeinde Wang Yi war schon 2018 festgenommen worden und verbüßt eine neunjährige Haftstrafe wegen „Anstiftung zum Umsturz der Staatsgewalt“ und „illegaler Geschäftstätigkeit“.Weiter in Haft sitzt in Hongkong auch der gläubige Katholik, ehemalige Verleger und Regierungskritiker Jimmy Lai. Trump hatte die Freilassung Lais in Peking bei Xi ebenfalls angesprochen. „Er (Xi) sagte mir, das wäre eine schwierige Angelegenheit“, gab Trump anschließend bekannt. Zum Falle von Ezra Jin sagte Trump, „ich glaube, er zieht den Pastor sehr ernsthaft in Betracht.“Jins Tochter äußerte am Sonntag, sie hoffe, dass die Freilassung ihres Vaters „ein positives Zeichen für die Gläubigen in China und die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern ist“.
China lässt Pastor Ezra Jin frei
China lässt den inhaftierten Pastor Ezra Jin frei. US-Präsident Trump hatte sich für den Gründer der Untergrundkirche eingesetzt.










