PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsen-Anhalt„Die AfD will die Kirchen zerstören“, sagt Ministerpräsident SchulzeStand: 08:31 UhrLesedauer: 2 MinutenPolitikwissenschaftler Oliver Lemke analysiert die Machtverhältnisse auf dem AfD-Parteitag: Weidel setzt sich als Nummer eins durch, Höcke gewinnt an Einfluss. „Das Bündnis zwischen Weidel und Höcke ist rein taktisch“, sagt Oliver Lemke, Politikwissenschaftler, bei WELT TV.Was droht den Kirchen bei einem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze erkennt eine kirchenfeindliche Politik – viele Einrichtungen seien gefährdet.Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat vor der kirchenfeindlichen Politik der AfD gewarnt und die Kirchen zum politischen Statement ermuntert. „Alle Parteien in Sachsen-Anhalt außer der AfD haben eine positive Sichtweise auf die Kirchen – unterschiedlich zwar, aber positiv. Aber die AfD will die Kirchen zerstören“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Mehrere hundert Einrichtungen von Kirchen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Pflegeheime wären dadurch gefährdet.“„Ich erwarte von den Kirchen, dass sie sich sehr intensiv mit der Zukunft Sachsen-Anhalts auseinandersetzen und ein klares Zeichen setzen“, so der Ministerpräsident. Nur 20 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt sind Christen. Doch seien Kirchen vielerorts wichtige Anlaufpunkte, vor allem in den Dörfern. „Sie verbinden Menschen, sie spalten nicht, sie hören zu.“Kirchen sollen politische Meinung sagenEr finde es richtig, dass sich die Kirchen politisch einmischten, sagte Schulze. „Die Parteien äußern sich umgekehrt ja auch zu den Kirchen. Warum sollten sie nicht darauf antworten dürfen? Die Kirchen sollen ihre politische Meinung sagen.“ Er erwarte auch nicht, dass sie alles, was die CDU mache, gutheißen würden. „Jetzt geht es um die Wahl. Da finde ich es richtig und wichtig, dass die Kirchen auch klar kommunizieren, welche Vorstellung sie haben und wer die Vorstellung erfüllt und wer nicht.“Die Kirchen haben bereits mehrere Initiativen zur Wahl gestartet, unter anderem die vom Bistum Magdeburg initiierte Aktion „Bewusst wählen“. Auch warnen die Bischöfe regelmäßig vor völkischem Nationalismus und der rechtsextremen AfD, deren Menschenbild nicht mit dem Christentum vereinbar sei.In den jüngsten Wahlumfragen liegt die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bei 41 Prozent, gefolgt von der CDU (24 Prozent), den Linken (13 Prozent), der SPD (6 Prozent) und dem BSW (5 Prozent).KNA/krei