Vom Wunderkind der Finanzbranche zum Angeklagten im Appenzellerland: Hotelinvestor Jan Schoch muss vor GerichtIn Gonten wollte Jan Schoch sich neu erfinden. Doch sein Luxustempel «Huus Quell» wird zum Belastungstest: Schoch wird fahrlässige schwere Körperverletzung vorgeworfen.05.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenJan Schoch im Weinkeller seines «Huus Quell» in Gonten.Karin Hofer / NZZMan staunte im Appenzellerland schon nicht schlecht, als vergangenen Herbst in Gonten das Fünf-Sterne-Hotel «Huus Quell» eröffnet wurde. Dreissig Zimmer bietet das Luxushaus, dazu drei Mineralquellen, einen Farbtherapieraum und den flächenmässig grössten Weinkeller der Schweiz, dessen Türen sich nur per Gesichtserkennung öffnen. Hinter dem Projekt steht Jan Schoch: einst Wunderkind der Finanzbranche, heute Hotelinvestor mit grossen Plänen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Schoch, Jahrgang 1977, kennt Höhen und Tiefen wie nur wenige Unternehmer. In seinen Zwanzigern arbeitete er für Goldman Sachs und Lehman Brothers. Anfang dreissig gründete er die Derivatefirma Leonteq mit. Das verschaffte ihm schon bald einen Platz auf der «Bilanz»-Reichenliste. Doch der kometenhafte Aufstieg endete jäh: 2017 setzte ihn der Verwaltungsrat nach einem Gewinneinbruch als Chef der eigenen Firma ab.Danach verlegte Schoch seine unternehmerischen Tätigkeiten ins Appenzellerland. Bis Ende 2027 will er 180 Millionen Franken investiert haben. Neben dem «Huus Quell» gehören ihm in Gonten bereits der «Bären», der «Löwen» und bald noch 50 Ferienwohnungen. Das macht Schoch zu einem der grössten privaten Arbeitgeber des Kantons.Doch nun wird das Vorzeigeprojekt zum Belastungstest. Wie die «Appenzeller Zeitung» diese Woche berichtete, muss Schoch sich im November vor Gericht verantworten. Es geht unter anderem um den Vorwurf des versuchten Betrugs, der Urkundenfälschung und der fahrlässigen schweren Körperverletzung.Im Zentrum steht ein Unfall aus dem Jahr 2022. Laut der Anklage soll auf Schochs Wunsch eine Filmcrew auf der noch nicht fertiggestellten Hotelbaustelle einen Werbespot gedreht haben. Ein Kameramann stürzte dabei acht Meter in die Tiefe und erlitt schwerste Verletzungen.Die Staatsanwaltschaft beantragt laut der «Appenzeller Zeitung» eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Schochs Anwalt weist sämtliche Vorwürfe zurück. Sein Mandant werde sich vor Gericht gegen alle Anschuldigungen zur Wehr setzen. Es gilt die Unschuldsvermutung.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel