Der große Dramaturg Dieter Sturm, einer der prägendsten Köpfe des deutschen Theaters, ist ist tot. Der Mitbegründer der Berliner Schaubühne und langjährige künstlerische Weggefährte von Peter Stein starb im Alter von 90 Jahren. Dies wurde am 3. Juli 2026 bekannt, zuerst berichtete die FAZ.

Geboren 1936 in Frankfurt am Main, führte ihn sein Weg nach West-Berlin, wo er Germanistik, Ethnologie und Alte Geschichte studierte. Bereits während seines Studiums leitete er das Studententheater der Freien Universität Berlin und engagierte sich politisch im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS). 1962 gehörte er gemeinsam mit Jürgen Schitthelm, Leni Langenscheidt, Waltraud Mau und Klaus Weiffenbach zu den Gründern der Schaubühne am Halleschen Ufer – eines Theaters, das schon bald zum Zentrum der künstlerischen und gesellschaftlichen Erneuerung der Bundesrepublik werden sollte.

Das Deutsche Theater musste warten

Fast hätte ihn seine Laufbahn auf die andere Seite der Mauer geführt und wäre er Dramaturg am Deutschen Theater geworden, wäre nicht der damalige Intendant Wolfgang Langhoff im selben Jahr aus kulturpolitischen Gründen zurückgetreten. Über dreißig Jahre später, nach der Wiedervereinigung, kam er dann doch ans Deutsche Theater, wo inzwischen der Sohn Wolfgang Langhoffs, Thomas Langhoff, Intendant war.