PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTrend „Birding“So geht Vogelbeobachtung richtigStand: 14:08 UhrLesedauer: 3 MinutenGeduld und Ruhe – das sind die Grundvoraussetzungen der VogelbeobachtungQuelle: picture alliance/dpa/Lars BergBirding lockt eine neue Generation früh aus dem Bett – Jugendliche ziehen mit Fernglas und Handy los, teilen Funde und liefern damit neben trendigen Fotos auch Daten, auf die Vogelschützer lange gewartet haben.Die beste Zeit für Vogelbeobachtungen sind die frühen Morgen- und Abendstunden. „Kurz vor Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind die meisten Vögel aktiv“, sagt Leonie Kütemeyer von der Deutsche Wildtier Stiftung. Doch wer mit offenen Augen und Ohren unterwegs ist, begegne Vögeln fast überall, sagt die Naturbildungspädagogin mit Blick auf den neuen Trend „Birding“.Noch vor ein paar Jahren galt das Beobachten von Vögeln als ein spezielles Hobby. Das Klischee: Das machen ältere Menschen mit grauem Haar und beigefarbener Funktionskleidung. Der neue Trend ändert das Bild. „Birding“, wie das Hobby jetzt heißt, findet sich auf zahlreichen Social-Media-Plattformen. Die Beobachtenden sind Jugendliche und junge Erwachsene, die in den frühen Morgenstunden „Ornicamps“ in Parks organisieren.Mit ein paar Tipps gelinge schnell ein Einblick in die Vogelwelt, sagt Kütemeyer. Nach der Uhrzeit sei der Ort entscheidend: „Toll sind Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, denn dort gibt es oft Aussichtsplattformen mit Blick auf besonders interessante Areale wie Sammelplätze oder Brutgebiete.“ In Städten böten sich etwa Friedhöfe, Kleingärten, Parks oder alte Industriebrachen an.Lesen Sie auch„Rabenkrähen, Spatzen und Tauben in der Stadt, Silbermöwen am Strand oder ein Mäusebussard über einem Feld.“ Wer die Vogelart bestimmen möchte, braucht ein Fernglas, sagt Kütemeyer. An der Form des Schnabels seien viele Arten zu erkennen. Die Amsel etwa hat einen langen, pinzettenförmigen Schnabel, mit dem sie Würmer aus dem Boden ziehen kann. Greifvögel seien am hakenartigen Schnabel zu erkennen. „Üblich sind in der Vogelbeobachtung acht- oder zehnfache Vergrößerungen mit Objektivdurchmessern zwischen 30 und 42 Millimetern“, sagt die Vogelkundlerin und empfiehlt als zweites Utensil ein Bestimmungsbuch oder eine App mit detaillierten Illustrationen.Wer nicht von der heimischen Terrasse oder dem Balkon Ausschau halten möchte, brauche für Wald oder Wiese robuste und praktische Kleidung, sagt Kütemeyer. „Taschen bieten Platz für ein Mücken- und Zeckenspray sowie ein Notizbuch, in dem besondere Beobachtungen mit Ort und Datum notiert werden können.“ Für einen längeren Ausflug sollte auch Proviant eingepackt werden.Nester in Ruhe lassenAuch auf ein angemessenes Verhalten komme es an: „Wer Vögel beobachten möchte, sollte sich ruhig verhalten.“ Langsame, bedächtige Bewegungen seien wichtig, weil Vögel empfindlich auf plötzliche Gesten oder laute Geräusche reagieren. So oder so gelte: Auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.„Gehen Sie nicht zu nah an die Vögel heran, um sie nicht zu stören.“ Für ein gutes Foto für Instagram und Co. sollten Vögel nicht verfolgt werden. Kütemeyer ist besonders wichtig: „Halten Sie sich vor allem von Nestern fern. Störungen können dazu führen, dass die Elternvögel die Brut verlassen. Eier oder Jungvögel kühlen dann aus.“Beobachtungen für die Wissenschaft teilenNicht nur in den sozialen Medien, sondern auch für die Wissenschaft können Interessierte ihre Beobachtungen teilen. Auf Internetplattformen wie ornitho.de oder in der App NaturaList können Sichtungen gemeldet und Fotos eingestellt werden. Auch Fotos lassen sich auf den Plattformen einstellen. Viele Naturschutzorganisationen bieten zudem Exkursionen an. „Erfahrene Begleiter zeigen nicht nur, wo und wie man schaut, sondern helfen auch dabei, Vogelstimmen zu erkennen – eine Fähigkeit, die das Erlebnis Birdwatching enorm bereichert“, sagt Kütemeyer.epd/jlau
Trend „Birding“: So geht Vogelbeobachtung richtig - WELT
Birding lockt eine neue Generation früh aus dem Bett – Jugendliche ziehen mit Fernglas und Handy los, teilen Funde und liefern damit neben trendigen Fotos auch Daten, auf die Vogelschützer lange gewartet haben.






