Feuerwehrleute haben einen Waldbrand nahe der spanischen Touristenregion Costa Brava zumindest teilweise unter Kontrolle gebracht. Bis Samstagmorgen vernichteten die Flammen etwa 2200 Hektar Vegetation, wie die katalanische Feuerwehr berichtete. Ziel sei es, den Brand vollständig unter Kontrolle zu bringen, bevor der Wind sich drehe.Wegen starken Rauchs haben die Behörden rund 45.000 Bewohner mehrerer Ortschaften östlich von Girona aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, teilten die Behörden Kataloniens auf der Plattform X mit.Das Feuer war am Freitagmorgen in der Nähe der Gemeinde La Bisbal d'Empordà in der nordöstlichen Region Katalonien ausgebrochen. Die Bewohner der Region wurden angewiesen, das Brandgebiet nicht zu betreten. Etwa 400 Feuerwehrleute und zehn Löschflugzeuge waren im Einsatz.Regionalregierung hat Hilfe des Militärs angefordertDie Flammen würden von starken Winden angefacht. Zudem hätten sie auf die bewaldete Bergregion Massís de les Gavarres übergegriffen. Sie ist rund 35.000 Hektar groß. Die Regionalregierung von Katalonien forderte die Hilfe der militärischen Nothilfeeinheit UME an.Die Polizei teilte mit, sie habe einen Mann festgenommen, der verdächtig sei, den Brand ausgelöst zu haben. Er habe an einer Straße mit einem Trennschleifer gearbeitet. Diese Maschinen werden zum Schneiden von Metall oder Stein benutzt und schlagen dabei extrem heiße Funken, die trockene Vegetation leicht in Brand setzen können. Ihre Benutzung sei deshalb während der derzeitigen trockenen Hitze in der Region verboten gewesen.Spanien gehört Klimawissenschaftlern zufolge zu den Ländern, die am stärksten unter der fortschreitenden Erderwärmung leiden. In den vergangenen Jahren nahmen die Häufigkeit und Intensität der dortigen Hitzewellen zu, die häufig Waldbrände auslösen. Im vergangenen Jahr hatten Brände in Spanien nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems die Rekordzahl von fast 400.000 Hektar Land zerstört.Auch im Norden Portugals wütet ein BrandMinisterpräsident Pedro Sánchez äußerte im Onlinedienst X seine „Besorgnis“ und rief die Bevölkerung zur Vorsicht „angesichts der hohen Temperaturen in den kommenden Tagen“ auf.Im ebenfalls betroffenen Portugal beschlossen die Behörden am Freitag, den europäischen Katastrophenschutzmechanismus sowie bilaterale Abkommen mit Spanien und Marokko für Verstärkungen zu aktivieren. „Nicht, weil unsere Kapazitäten bereits ausgeschöpft wären, sondern weil bei der derzeitigen Lage unser gesamtes Staatsgebiet einem sehr hohen Risiko ausgesetzt ist“, erklärte Regierungschef Luís Montenegro.Im Norden Portugals wütet seit Mittwoch ein Waldbrand, bei dem mindestens neun Menschen verletzt wurden. Das in der Gemeinde Vouzela im Bezirk Viseu ausgebrochene Feuer hat nach Angaben von Zivilschutzkommandeur Mário Silvestre bereits schätzungsweise 10.000 Hektar verwüstet. Rund 1000 Feuerwehrleute, unterstützt von etwa 300 Fahrzeugen und acht Flugzeugen oder Hubschraubern, wurden am Freitag zur Bekämpfung der Flammen eingesetzt. Vier weitere kleinere Brandherde wurden jeweils von mindestens 100 Feuerwehrleuten bekämpft.Auch Portugal wird jeden Sommer von Waldbränden heimgesucht. 2017 starben bei Bränden mehr als hundert Menschen.