Vor Rennen in Silverstone : Verstappen warnt vor dem Jo-Jo-Effekt04.07.2026, 11:16Lesezeit: 2 Min.Der Formel-1-Kurs in Silverstone verspricht einen Rennfluss mit schnellen Kurven und langen Geraden – doch die neuen Antriebsregeln drohen die Tempomacher auszubremsen.Darauf freuen sich die Formel-1-Piloten – eigentlich. Auf das Qualifying auf der Rennstrecke von Silverstone, auf den Sprint am Samstag und den Großen Preis von England (Sonntag, 16.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und auf Sky). Weil der Kurs ganz nach ihrem Geschmack gebaut ist. Mit schnellen Kurven nach langen Geraden. In Mittelengland fühlen sich die Racer unter den Steuerkünstlern wie zurückversetzt in die besten Tage des Rennsports. Aber in diesem Jahr hört sich das anders an.Am Donnerstag warnte Max Verstappen im Fahrerlager vor dem nächsten bremsenden Einfluss auf den Flow in Silverstone: Es kommt wieder zum Jo-Jo-Effekt, zu einer Reihe von Überholmanövern, die Action vorgaukeln, aber nur Aktionismus spiegeln. Weil der Überholende beim Ausatmen gleich wieder überholt wird. Das hängt mit der großen Regelreform zusammen. Weil Verbrennungsmotor und Elektroantrieb für diese Saison quasi zur Hälfte zur Gesamtleistung des Boliden beitragen, kommt es immer wieder zu Angriffspausen, weil die Batterien im laufenden Betrieb geladen werden müssen.FIA will radikaler handelnDas System an Bord bremst deshalb, wo Typen wie Verstappen und Co. gerne das Gaspedal durchtreten. Die jüngsten Rennen vermochten den Eindruck zu erwecken, dieses Spielchen sei überwunden. Spannung beherrschte vor knapp zwei Wochen das Rennen in Österreich, von der ersten Runde an bis ins Ziel. Das aber hing mit der Streckenführung in Spielberg zusammen, mit den kurzen Geraden, den langsamen Kurven. Sie bieten viel mehr Spielraum, die Batterien zu laden, wo Vollgas nicht möglich ist.Just der „flüssige“ Kurs von Silverstone führt zum Gegenteil: schnelle Entladung auf den langen Geraden, wenig Aufladung in den „schnellen“ Kurven. Und so rechnet nicht nur der viermalige Weltmeister mit der erzwungenen Tempoverschleppung und Überholmanövern, die weitgehend nicht der Rede wert sein werden. Für das kommende Jahr hat der Internationale Automobil-Verband (FIA) schon einen Rückschritt durchgesetzt.Die Leistungsdifferenz zwischen Verbrenner und Elektromotor wird auf ein Verhältnis von 60 zu 40 Prozent verändert. Kritikern wie Verstappen reicht das nicht. Auch die FIA will radikaler handeln. Sie plant eine Rückkehr zu dominierenden Verbrennern mit acht Zylindern.