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Haushaltsentwurf: Bund plant für 2027 neue Schulden von fast 204 Milliarden Euro Das Sondervermögen sorgt für hohe Schulden. Die Lücken sollen mit Steuern und Kürzungen bei Klimaschutz und Sozialem geschlossen werden.

03.07.2026 - 19:27 Uhr Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen. Foto: IMAGO/Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant für das kommende Jahr über 200 Milliarden Euro neue Schulden und damit den zweithöchsten Wert in der Geschichte der Bundesrepublik. Dies geht aus dem Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 hervor, der am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Demnach kann der Finanzminister die Lücken im Etat für 2027 nur durch Rückgriff auf Rücklagen schließen, aus denen er 6,8 Milliarden Euro entnehmen will. Konkrete Einsparungen etwa beim Eltern- und Wohngeld sollen erst in einem Haushaltsbegleitgesetz beziffert werden. Mehreinnahmen sollen Erhöhungen der Alkohol- und der Tabaksteuer in den Haushalt spülen. Beim Zuschuss zur Rentenversicherung soll eine Milliarde Euro gespart werden.Die Bundesregierung will den Entwurf am Montag in einer Kabinettssitzung am Nachmittag auf den Weg bringen. Demnach sind 2027 im Kernhaushalt Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro bei einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro geplant. Die Gesamtsumme der Neuverschuldung von 203,7 Milliarden Euro ergibt sich durch die zusätzliche Verschuldung der Sondervermögen für die Bundeswehr und für die Infrastruktur. Sie fällt damit nochmals höher aus als noch Ende April von der Regierung bei der Aufstellung der Etat-Eckwerte geplant.Die Ausgaben für Verteidigung sollen 2027 auf rund 109,7 Milliarden Euro steigen. Damit will die Regierung die Nato-Quote bis 2029 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigern. Geplant sind für 2027 dem Papier zufolge Investitionen von insgesamt 117,5 Milliarden Euro aus dem Kernhaushalt, dem Sondervermögen Infrastruktur und dem Klimafonds.Finanzhilfen im Klimafonds werden gekürztGleichzeitig plant die Regierung Sparmaßnahmen. So sollen Finanzhilfen im Klima- und Transformationsfonds (KTF) gekürzt und der zusätzliche Bundeszuschuss an die Rentenversicherung für 2027 um eine Milliarde Euro verringert werden. Zudem sollen die Alkoholsteuer, die Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie die Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent erhöht werden. Eine Anpassung der Tabaksteuer ist ebenfalls vorgesehen und soll in einem eigenen Gesetzgebungsverfahren geregelt werden. Geplant sind darüber hinaus eine Plastiksteuer und eine reformierte Besteuerung von Kryptowerten.Auch in den Folgejahren bleibt die Gesamtverschuldung hoch und soll dem Finanzplan zufolge bis 2030 auf 219,5 Milliarden Euro steigen. Entsprechend legen die Zinsausgaben deutlich zu. Rechnet die Regierung für 2027 noch mit 41,9 Milliarden Euro, sollen sich die Zinsen bis 2030 auf voraussichtlich 80,7 Milliarden Euro fast verdoppeln.Die Budgetplanungen basieren zudem auf einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld. Die Bundesregierung rechnet in ihrer Frühjahrsprojektion für das laufende Jahr nur mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, für 2027 werden 0,9 Prozent erwartet. In der Vorlage wird darauf verwiesen, dass diese Prognose davon ausgehe, dass sich der Konflikt im Nahen Osten im Laufe des Sommers entspanne und sich die Energiepreise allmählich normalisierten. Sollten sich die Auswirkungen des Konflikts länger hinziehen als angenommen, „würde dies noch weitreichendere Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben“. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick