Spätestens seit im April die Nachricht kam, dass im vergangenen Jahr so wenige Babys geboren wurden wie noch nie in der Nachkriegszeit, interessieren sich die Leute wieder fürs Kinderkriegen. Nicht so, als wollten sie selbst welche. Aber sie sprechen darüber, suchen Gründe.Für den weltweiten Geburtenrückgang gibt es viele Erklärungen, aber keine eindeutigen. Sogar die Einführung des Smartphones wurde schon als Ursache in Erwägung gezogen. Der F.A.Z. sagte neulich der Demograph Martin Bujard, die negativen Nachrichten, mit denen sich junge Leute ständig beschäftigen, ließen die „multiplen Krisen“ unserer Gegenwart besonders nachhallen. Die Verunsicherung sei gewaltig. Und die mache bekanntlich keine Lust aufs Kinderkriegen.Obwohl das Problem mit den Kindern ein politisches ist, wird vom Kinderkriegen und den Anreizen, die dafür nötig wären, nicht besonders viel gesprochen. Migration ist ein dankbareres Thema für Talkshows und Bundestagsdebatten. Aber geschrieben wird einiges, vor allem von der AfD.„Familie bedeutet Sicherheit, Obhut, Heimat, Liebe und Glück“Zum Beispiel im Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt, das gleich an erster Stelle „Willkommenskultur für Kinder!“ ruft. Das Wahlprogramm der Bundes-AfD bekennt sich „zur Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft“. Die besteht aus: Vater, Mutter, Kindern. „Familie bedeutet Sicherheit, Obhut, Heimat, Liebe und Glück.“ Klingt zwar ein bisschen nach Pfarrgemeinde, trifft aber immerhin auf einen Teil der Familien in Deutschland zu. Wir erinnern uns an Frauke Petry, die sich 2017 mit einem Säugling auf einem Wahlplakat zeigte. Und auf den Social-Media-Profilen von AfD-Politikerinnen steht heute gerne: „Ehefrau, Mutter, glücklich“ oder „Mutter von 4 Kindern“.
Familienkredite und Antifeminismus: Wie die AfD zu mehr Kindern animieren will
Um den Geburtenrückgang zu stoppen, will die AfD Kredite an Familien vergeben und gegen Feminismus vorgehen. Ihre „aktivierende Bevölkerungspolitik“ könnte aber das Gegenteil bewirken.














