Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik 2023 am Schachbrett

Wladimir Kramnik, einst einer der angesehensten Meister der Welt, hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Spieler mit Betrugsverdächtigungen überzogen – ohne handfeste Beweise vorzulegen. Kramniks Betrugsverdächtigungen und die FolgenDas hatte Folgen: Der tschechische Großmeister David Navara etwa sagte, er habe wegen Kramniks Verdächtigungen an Suizid gedacht. Kramnik hatte ihn in einer Statistik aufgeführt, die ungewöhnliche Leistungen dokumentieren sollte. Navara schrieb, Kramnik habe ihm persönlich nicht direkt Betrug vorgeworfen, aber viele Menschen hätten den Post gesehen und könnten zu dem Schluss kommen, dass Navara womöglich betrogen haben könnte. Der Weltverband Fide hatte daraufhin erklärt, Kramnik füge der Schachwelt Schaden zu. Kramnik verklagte Navara wegen Rufschädigung und erklärte, der Tscheche sage nicht die Wahrheit.

Im Fall von Daniel Naroditsky war die Situation weiter eskaliert. Kramnik hatte immer wieder Zahlen gepostet, die zeigen sollten, dass es bei den Leistungen des US-Großmeisters nicht mit rechten Dingen zuging. Kramnik postete etwa Screenshots einer Siegesserie von Naroditsky. Dazu schrieb er: »Ich verstehe, dass Sie wissen, @gmNaroditsky, dass @chesscom nichts unternehmen wird, aber selbst die Hardcore-Fans, die einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, könnten anfangen, sich Fragen zu stellen.«