Bei den Blockaden des AfD-Parteitags werden einige Linke fehlen – weil sie in Haft sitzen. Auch die Szene diskutiert über Angriffe auf Neonazis.
Es war am 2. Dezember 2011, als in Jena rund 50.000 Menschen vor einer Konzertbühne im Paradiespark standen. Udo Lindenberg, Clueso und andere spielten dort. „Für die bunte Republik Deutschland“, lautete das Motto. In der Menge waren, begleitet von ihren Eltern, auch Nele A., Paula P. und Maja T. – damals alle um die zehn Jahre alt, alle aus Jena. Das Konzert war eine Antwort auf eine Mordserie, deren Hintergrund einen Monat zuvor aufflog und die Republik erschütterte: Die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“.
Drei Rechtsextreme aus Jena hatten in den Jahren von 2000 bis 2007 zehn Menschen ermordet und Anschläge verübt – ohne dass die Behörden sie fassten und das rechte Motiv erkannten. Nach dem Auffliegen war in Jena in kürzester Zeit das Konzert organisiert worden. „Wir werden den braunen Spuk, den braunen Terror beenden“, rief Udo Lindenberg.
Für Nele A., Paula P. und Maja T. wurde die Losung offenbar Antrieb. Als Jugendliche gingen sie auf Demos gegen Rechtsextreme, protestierten gegen den Thüringer Pegida-Ableger. Und womöglich wären sie auch jetzt am Samstag wieder in ihrem Heimatbundesland auf der Straße. Wenn in Erfurt Zehntausende den Bundesparteitag der AfD blockieren wollen.












