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Berichte über Sparpläne: Werksschließungen laut VW-Aufsichtsrätin keine Zukunftsstrategie Bis zu 100.000 Jobs und vier Werke sollen bei VW in Gefahr sein. Niedersachsens Vize-Ministerpräsidentin fordert einen anderen Weg für den kriselnden Autoriesen.
03.07.2026 - 06:55 Uhr Julia Willie Hamburg gehört dem VW-Aufsichtsrat seit Ende 2022 an. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpaMögliche Werksschließungen bei Volkswagen stoßen im Aufsichtsrat des Autokonzerns auf Widerstand. „Einfach nur Werke zu schließen, wäre viel zu kurz gesprungen. Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie“, sagte Niedersachsens Vize-Regierungschefin und VW-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.Niemand stelle den notwendigen Wandel infrage. „Im Gegenteil: Volkswagen muss sich verändern“, sagte die Grünen-Politikerin. „Aber die Transformation muss den Konzern nachhaltig wettbewerbsfähiger machen und an seine Stärken anknüpfen – nicht seine industrielle Substanz schwächen.“Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, der VW-Konzern wolle seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – drohe die Schließung.Volkswagen Der Kampf zwischen den VW-Marken hat begonnen Der VW-Vorstand hat ein massives Sparprogramm vorgelegt, um die Existenz des Autobauers zu sichern. Nun bricht unter den Marken und im Konzern ein Machtkampf aus. von Philip Kaleta, Martin Seiwert, Annina Reimann und weiterenVW soll mit innovativen Produkten überzeugenDie Situation von Volkswagen sei ernst, räumte Hamburg ein. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu halten, gebe es jedoch andere Möglichkeiten als Werksschließungen. Zum Beispiel gebe es viele Synergien, die der Konzern noch heben kann, sagte sie. „Da liegt doch der eigentliche Hebel, auch wirklich Kosten zu senken.“ Aufgrund seiner Konzernstruktur verfüge VW über erhebliche Potenziale, Prozesse zu vereinfachen, Doppelstrukturen abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen den Marken zu verbessern. „Diese Stärke muss Volkswagen konsequenter nutzen“, sagte Hamburg und forderte zugleich mehr Innovation: „Entscheidend ist aber vor allem, dass der Konzern wieder mit innovativen Produkten überzeugt. Genau daraus sind die großen Erfolge von Volkswagen immer entstanden.“ VW müsse dafür weiter in Zukunftstechnologien investieren, von moderner Antriebstechnik über Software bis hin zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.Fußball-WM und Volkswagen Wir haben nicht fertig Volkswagen, Reformen, WM-Aus: Aufstieg und Fall von Fußball und Wirtschaft werden gern synchron gedeutet. Das war schon immer Quatsch. Wir überfrachten die Abstiegsnarrative. Ein Kommentar. Kommentar von Horst von ButtlarHamburg: Schließung von Werken wirkt frühestens 2030Einen kurzfristigen Effekt möglicher Werksschließungen sieht Hamburg dagegen nicht. „Werksschließungen wirken, wenn überhaupt, frühestens 2030. Das ist nicht die Antwort auf die akute Krise, die wir jetzt gerade haben“, sagte sie. „Wir werden deshalb darauf hinwirken, dass der Vorstand jetzt sehr strukturiert Lösungen präsentiert, die auch umsetzbar sind, die ausreichend geprüft sind und die dann auch wirklich einen Effekt haben.“Im Dezember 2024 hatten die Gewerkschaft IG Metall und Volkswagen nach harten Tarifverhandlungen eine Beschäftigungssicherung für die deutschen Konzernstandorte bis 2030 vereinbart, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Für den Fall, dass VW diese aufkündigt, wurde eine Strafzahlung von einer Milliarde Euro festgelegt.Stellenabbau VW vor dem Kahlschlag – womit intern wirklich gerechnet wird Bei Volkswagen stehen offenbar deutlich mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel als bislang geplant. Die im Raum stehende Zahl von 100.000 ist aber wohl deutlich zu hoch. Was Insider zudem berichten. von Martin SeiwertDebatte verunsichert Mitarbeiter der Standorte„Wenn eine Industrie einmal verloren gegangen ist, kommt sie nicht so schnell wieder“, warnte die stellvertretende Ministerpräsidentin. „Das kann nicht unser Interesse sein, weder von Volkswagen als Konzern noch von uns als Land Niedersachsen.“Den Beschäftigten signalisierte Hamburg die Unterstützung der Landesregierung. „Natürlich sorgt die öffentliche Debatte gerade für massive Verunsicherung an den Standorten“, sagte sie. „Uns ist es ein Anliegen, dieser Verunsicherung zu begegnen, diese ernst zu nehmen, ins Gespräch zu gehen und auch Sorgen auszuräumen.“Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern hat es dadurch eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Bei wichtigen Entscheidungen hat das Land zudem ein Vetorecht. dpa Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick









