Nach nur acht Monaten im Amt gibt der moldauische Regierungschef Alexandru Munteanu seinen Rücktritt bekannt. Damit ist auch das gesamte Kabinett gestürzt. Präsidentin Maia Sandu will rasch einen Nachfolger benennen.

Der moldauische Ministerpräsident Alexandru Munteanu ist am Freitag überraschend von seinem Amt zurückgetreten. Nach der Verfassung des Landes bringt der Schritt automatisch die gesamte Regierung zu Fall. Munteanu war erst im November 2025 von Präsidentin Maia Sandu ernannt worden.

Eine ausführliche Begründung für seinen Schritt nannte der 62-Jährige nicht. „Heute endet meine Amtszeit als Ministerpräsident“, erklärte er in einer über soziale Medien verbreiteten Mitteilung. Er habe das Amt mit der Überzeugung übernommen, zum Besseren beitragen zu können. „In dem Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich mein Mandat nicht mehr im Einklang mit meinen Prinzipien und Überzeugungen ausüben kann, habe ich mich entschieden zu gehen.“

Skandal um Staatsunternehmen als Hintergrund

Der Rücktritt erfolgt wenige Tage nach Bekanntwerden einer Affäre um das staatliche Flugsicherungsunternehmen MoldATSA, die eine politische Krise ausgelöst hatte. Präsidentin Sandu hatte daraufhin einen „Großreinemachen“ in staatlichen Betrieben angekündigt. Das Parlament setzte am Donnerstag einen Sonderausschuss ein, der die Führung staatlicher Unternehmen prüfen soll – unter anderem Auswahlverfahren für Spitzenposten und die Besetzung von Aufsichtsräten.