Die Wahrheit: Halb Bärtierchen, halb Mensch

Haben außerirdische Zivilisationen schicke Panspermien absichtlich gen Weltraum geschickt, um unseren einst gemütlich leeren Planeten zu besiedeln?

W ie das Vögelchen in Roy Anderssons hübschem Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ sitze auch ich zuweilen auf einem etwas dickeren Zweig, etwa einer Bierbank, und sinniere über Ähnliches. Gestern Abend beschäftigte mich zum Beispiel die Hypothese der Panspermie. Obwohl dem Begriff eine gewisse Schlüpfrigkeit innewohnt, hat er nichts mit dem lüsternen, gehörnten Faun und seiner sagenhaften Libido zu tun und zum Glück auch nichts mit dessen Flöte. Stattdessen bezeichnet die Hypothese die Idee, das Leben auf der Erde habe sich aus einer „All-Saat“, einer aus dem Universum mehr oder weniger zufällig auf unseren Planeten getaumelten Spore oder einem Mikroorganismus entwickelt.

Eventuell, so glauben (und nicht wissen) manche Forscher, soll die Panspermie gar „gerichtet“ gewesen sein, das würde bedeuten, dass außerirdische Zivilisationen sie absichtlich gen Weltraum schickten in der Hoffnung, gemütliche leere Planeten wie unseren zu besiedeln (oder, je nach Ansicht, zu besudeln). Bei diesem Vorgang, den man auch als „Terraforming“ bezeichnet, handelt es sich also um eine Art Gentrifzierung ohne Verdrängung der Ursprungsbevölkerung, was das Ganze nicht besser macht – wer weiß, was ohne das störende Leben noch alles Schönes aus der Erde geworden wäre.