Auf dem Goetheplatz wurde in den vergangenen Monaten einiges verbessert: Die Fläche ist jetzt heller, die Bäume werden mit modernster Technik bewässert, und vor dem Goethe-Denkmal sorgen großzügig angelegte Staudenbeete für Farbe. Jetzt nimmt sich das Grünflächenamt die nördlich angrenzende Fläche vor: den Rathenauplatz. Auch er soll an die veränderten klimatischen Bedingungen mit Hitze und Trockenheit, die insbesondere in der Frankfurter Innenstadt stark zu spüren sind, angepasst und attraktiver gestaltet werden. Das Image des grauen und steinernen Platzes soll er verlieren.Neun aus massiven Holzbohlen gefertigte Hochbeete, die unterschiedlich groß sind, werden in den nächsten Wochen auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Platz installiert. Bepflanzt werden sie anschließend mit einer „vielfältigen, trockenheitsverträglichen Stauden-Gräser-Mischung“, wie das Grünflächenamt mitteilt. Ziel sei eine artenreiche Bepflanzung, auch um Insekten und Schmetterlinge anzuziehen.Mit Stauden wie der Kleinblütigen Bergminze, dem Roten Sonnenhut oder dem Steppensalbei hofft das Amt Beete anzulegen, die im Jahresverlauf variieren, aber immer etwas Blühendes zu bieten haben. Und vor allem im Sommer soll die Bepflanzung über die Verdunstung für zusätzliche Abkühlung und ein spürbar besseres Mikroklima sorgen.Vorerst keine BeschattungDie Beeteinfassungen sollen zudem als Sitzflächen genutzt werden können. Bewässert werden die Pflanzen durch eine automatisch gesteuerte Anlage. Das Wasser dafür kommt aus der Zisterne, die beim Umbau des Goetheplatzes unter dem großen Beet vor dem Goethe-Denkmal eingebaut worden war, allerdings mit Trinkwasser und nicht mit Regenwasser gespeist wird. Die Installation der Hochbeete inklusive Bepflanzung soll bis zum Herbst abgeschlossen sein. Die Kosten für den Umbau veranschlagt das Grünflächenamt auf 470.000 Euro.Grün auf Grau: So soll der Rathenauplatz nach der Umgestaltung aussehen.Visualisierung Stadt FrankfurtDie angekündigte Beschattung des Platzes wird es im Zuge dieses Umbaus nicht geben. Von einer Dachkonstruktion war zuletzt die Rede, mit festen, auf dem Platz verankerten Fundamenten. Angedacht war, eine Konstruktion zu schaffen, um sie etwa mit Stoffsegeln zu bespannen oder durch Pflanzen beranken zu lassen. Zumindest aber sollten Pergolen errichtet werden, um auf dem ansonsten ungeschützt der Sonne ausgesetzten Platz etwas Schatten zu schaffen. Doch dem Vernehmen nach ist bei einem so starken Eingriff in die Gestaltung des Rathenauplatzes das Grünflächenamt nicht allein Herr des Verfahrens. Fragen der Zuständigkeiten, auch für den Unterhalt der Konstruktion, sind offenbar noch nicht geklärt.In der Anfang März vom Stadtparlament fast einstimmig beschlossenen Finanzierungsvorlage für die Umgestaltung des Rathenauplatzes heißt es, ein zusätzliches Beschattungselement sei vorgesehen. Es werde den Aufenthalt auf dem Platz angenehmer gestalten. Doch „die Umsetzung dieses Elements soll durch ein Wettbewerbsverfahren erfolgen“. Derzeit könne deshalb nicht abgeschätzt werden, „wann eine Realisierung stattfinden wird“.Bäume können nicht gepflanzt werdenAuf die Idee, begrünte Pergolen oder eine Dachkonstruktion zu entwickeln, sind die Planer des Grünflächenamts gekommen, weil eine natürliche Beschattung mit Bäumen auf dem Platz nicht möglich ist. Es gibt keinen Raum für ihre Wurzeln und den erforderlichen Anschluss an Erde und Boden. Der Untergrund ist nach Angaben von Dirk Schneider, Leiter der Abteilung Planen und Bauen im Grünflächenamt, von Leitungen durchzogen. Im Norden ragen zudem Bauten der unter der Biebergasse verlaufenden U-Bahn-Trasse zwischen den Stationen Hauptwache und Alte Oper weit in den Platz hinein. Unmittelbar anschließend beginnt die Tiefgarage Goetheplatz. Deren Bau vor mehr als 20 Jahren war seinerzeit Anlass, die gesamte Platzfolge vom Rathenauplatz im Norden über den Goetheplatz bis zum Roßmarkt im Süden neu zu gestalten.Unverändert bleibt auf dem Rathenauplatz das dunkle Pflaster, das den Stadtplanern bei der Entscheidung für die Gestaltung der Platzfolge vor mehr als 25 Jahren so gut gefallen hatte. Es bleiben aber auch die nicht nur bei Kindern beliebten, in den Boden eingelassenen Fontänen. Sie sind nach Angaben des Grünflächenamts auch während der Umbauarbeiten in Betrieb und können zur Abkühlung genutzt werden.Diese Attraktion bleibt: im Boden eingelassene Fontänen auf dem RathenauplatzAstis KrauseDie Planer des Amts verweisen zudem darauf, dass es durch die neuen Hochbeete auch künftig keinerlei Einschränkungen für die Fußgänger gibt, die den Platz queren, um von der Goethestraße in Richtung Steinweg und weiter zur Hauptwache zu gelangen. Es ist allerdings möglich, die Hochbeete zu einem späteren Zeitpunkt anders anzuordnen, sollte dies etwa für die angedachten Pergolen notwendig sein.Umwelt- und Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Die Grünen) ist überzeugt, dass mit der geplanten Umgestaltung aus dem stark versiegelten Rathenauplatz „ein angenehmer Aufenthaltsort wird, ohne seine wichtigen Funktionen mitten in der Innenstadt einzuschränken“.
Klimawandel in Frankfurt: Ein steinerner Platz wird begrünt
Heiße Sommer machen es notwendig: Die Stadt Frankfurt gestaltet einen steinernen Platz in der Innenstadt mit einer artenreichen Bepflanzung um.






